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Sram GX Eagle: Neue 1x12-Schaltung fürs MTB

Die XX1- und X01-Eagle-Gruppen von Sram blieben als Highend-Produkte bislang einem Großteil der Biker vorenthalten. Mit der Sram GX Eagle ändert sich das jetzt. Wir haben Infos und Bilder zur neuen MTB-Schaltung.

"Der Adler ist gelandet", war das vollmundige Versprechen, mit dem Sram vor einem Jahr die 1x12-Gruppen XX1 Eagle (Fahrbericht) und X01 Eagle vorstellte. Leider waren beide Antriebe so teuer, dass sie nur an Highend-Mountainbikes montiert wurden. Mit der GX Eagle ändert sich das jetzt. Die neue 1x12-Schaltgruppe kommt zum Kampfpreis von rund 500 Euro im Komplett-Set auf den Markt und kostest damit nur etwa halb so viel wie die beiden Top-Gruppen.

Gleiche Bandbreite, gleiche Technologie wie Top-Gruppen

Bandbreite und Performance der neuen Sram GX Eagle entsprechen weitestgehend den teuren Gruppen XX1 Eagle und X01 Eagle. Hinten rotiert also auch eine 12-fach-Kassette mit 500% Bandbreite. Das kleinste Ritzel hat zehn Zähne, das größte 50. Die Kettenblätter gibt es mit 30, 32 und 34 Zähnen, die länger geworden sind um die abgestimmte Eagle-Kette auch bei Matsch sicher zu fixieren. Nicht geliefert wird ein 38er-Blatt wie bei den teuren Eagle-Gruppen.

Das Schaltwerk ist mit dem bekannten Type-3-Kettenstabilisator und der Cage-Lock-Technologie für schnellen Aus- und Einbau des Hinterrades ausgestattet und speziell für die 12-Gangschaltung entwickelt. Der Schalthebel ist ebenfalls auf die 12-fach-Schaltung abgestimmt.

Sram GX Eagle: Unterschiede beim Material

Wenn die Unterschiede zu den teuren Eagle-Gruppen nicht in der Technik zu suchen sind, müssen sie beim Material zu finden sein. Das fängt bei der Kurbel an, die bei der Sram XX1 Eagle aus Carbon besteht (die Parts der XX1 Eagle im Detail), bei der GX Eagle dagegen aus Aluminium.

Die Kassette ist nicht mehr aus einem Block gefertigt, sondern aus 12 miteinander vernieteten Zahnrädern. Diese sind zudem nur noch außen aus gehärtetem Material und im Kern etwas weicher. Das größte Ritzel ist aus Aluminium, die restlichen aus Stahl. Wie bei Sram üblich wird die Kassette auf einen XD-Driver-Body gesteckt.

Wenig überraschend wirkt sich das weniger hochwertige Material der Sram GX Eagle in mehr Gewicht aus. Insgesamt wiegt die gesamte Gruppe laut Sram 1794 Gramm und ist damit etwa 350 Gramm schwerer als die XX1 Eagle und etwa 50 Gramm schwerer als die X01 Eagle. Der schwerste Brocken ist die Kurbel mit bis zu 662 Gramm, die Kassette bringt 450 Gramm auf die Wage, das Schaltwerk 290 Gramm und der Shifter 122 Gramm. Dazu kommt die Kette mit 270 Gramm.

Die gute Nachricht für Schrauber: Alle Eagle-Parts sind miteinander kompatibel. Die Kassette der Sram XX1 Eagle kann zum Beispiel mit der Kette und dem Schaltwerk der GX Eagle gefahren werden und umgekehrt. Außerdem öffnet Sram die Tür für den hauseigenen Kurbelhersteller Truvativ etwas weiter. Lösungen wie eine Eagle-Gruppe mit einer Descendant Enduro-Kurbel von Truvativ wird es in Zukunft häufiger geben.

Sram GX Eagle: Erster Test

Bei den ersten Testfahrten hat die neue Sram GX 12-fach-Schaltgruppe eine gute Figur gemacht. Das Mehrgewicht macht dem Fahrer mit der Zeit natürlich beim Kurbeln mehr zu schaffen als mit der XX1 Eagle. Sonst arbeitet die Sram GX Eagle aber sehr sauber und fast so gut wie ihre schicken Schwestermodelle XX1 Eagle und X01 Eagle.

Der Shifter ist vielleicht etwas schwerfälliger und braucht mehr Druck. Hinten arbeitet das Schaltwerk recht knackig, springt aber sauber von Ritzel zu Ritzel.

Offen bleibt die Frage, ob die Sram GX Eagle auch in Sachen Langlebigkeit mit der XX1 Eagle mithalten kann. Dazu haben wir uns die GX Eagle ans Bike montiert. Den Dauertestbericht gibt's demnächst in MOUNTAINBIKE zu lesen.

Video: Die neue Sram GX Eagle


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