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Alles über das Perskindol Swiss Epic 2017

Perskindol Swiss Epic: Es geht los! Auch 2017 wartet das wohl flowigste Etappenrennen auf Biker. Lies hier die Rennberichte zum Mega-Event von unserer Partner-Plattform mtb-news.de:

Never change a running system! Wie bereits in den letzten beiden Jahren geschehen steht auch in diesem Jahr ein Etappenrennen mit Live-Blog für das XC-Redakteur-Duo Tobi und Gabi Sindlinger von unseren Partner mtb-news.de an. Das sechstägige Perskindol Swiss Epic 2017 wird uns beide vom 11.09. bis zum 16.09. vor einige Herausforderungen stellen. Das UCI dotierte Rennen im schweizer Wallis wartet einmal mehr mit einem extrem hohen Singletrailanteil und landschaftlichen Eindrücken der Superlative auf und führt über 350 Kilometer und 12.000 Höhenmeter. Wir werden via Live-Blog täglich von unserer Reise durch die Schweiz berichten und all unsere Erfahrungen mit euch teilen.

Perskindol Swiss Epic – Singletrailspektakel am Fuße des Matterhorns

Bei der diesjährigen Ausgabe des Perskindol Swiss Epics werden drei verschiedene Orte im Wallis angesteuert. Den Auftakt macht in diesem Jahr der beschauliche Bergort Grächen mit dem Prolog und der ersten Überführungsetappe nach Leukerbad. Der Prolog ist für beide Rennformate derselbe und folglich sehr abfahrtslastig mit 1150 Tiefenmetern und 650 Höhenmetern auf einer Gesamtstrecke von 18 Kilometern. Tags darauf wartet dann mit 92 Kilometern und gut 3000 Höhenmetern bereits die Königsetappe auf dem Weg nach Leukerbad. Dort werden dann die folgenden beiden Etappen ausgetragen über 70 Kilometer und 2500 Höhenmetern am dritten Tag und kurzen 44 Kilometern und 1500 Höhenmetern am vierten Tag. Ähnlich wie beim Prolog findet an diesem Tag der Start erhöht statt, sodass ins Ziel sogar mehr Tiefenmeter als Höhenmeter zurückgelegt werden. Am fünften Tag geht es dann über 85 Kilometer und 2800 Höhenmeter an den Fuß des Matterhorns in das autofreie Zermatt. Auf 45 Kilometer und 1900 Höhenmeter wird dort am letzten Tag die Entscheidung um den Gesamtsieg spätestens fallen.

Die Strecke in diesem Jahr führt schon in einigen Teilen auf Passagen der Marathon-Weltmeisterschaftsstrecke von 2019. Dort werden im diesjährigen Startort Grächen die regenbogenfarbenen Jerseys für die weltbesten Marathonspezialisten vergeben.

Perskindol Swiss Epic – Das Team von MTB-News ist dabei!

Nachdem in den beiden vergangenen Jahren bei unseren Etappenrenneinsätzen stets einiges geboten war, hoffen wir in diesem Jahr erneut das Rennfeeling so gut es geht zu euch ins Wohnzimmer zu bringen. Beim Perskindol Swiss Epic gilt es wieder einmal als Duo perfekt zu harmonieren, was uns beide doch im Vorfeld etwas nervös werden lässt. Bin ich gut genug um mit dem anderen mithalten zu können? Und wie gehen wir taktisch vor, da wir beide meist eine unterschiedliche Krafteinteilung im Rennen bevorzugen? All diese spannenden Fragen werden sich spätestens am Montag auf den ersten 18 Kilometern des Perskindol Swiss Epic klären.

Tag 6: Das Finale

Es ist geschafft! Das Perskindol Swiss Epic 2017 mit insgesamt 350 Kilometern und 12.000 Höhenmetern liegt hinter uns. Auf der finalen Etappe rund um Zermatt wurde uns Teilnehmern ein letztes Mal ein wahres Trailspektakel präsentiert, das von einem unglaublich tollen Panorama rund ums Matterhorn untermalt wurde. Den Tages- und Gesamtsieg sicherte sich überlegen das Team Centurion-Vaude um Daniel Geismayr und Jochen Käß. Bei den Damen triumphierten Esther Süss und Jennie Stenerhag.

Mit Volldampf in die Top 10

Ausgepumpt. Geschafft. Mit den Kräften am Ende. Um 12:09 Uhr überquerten Gabi und ich nach sechs langen Tagen im Sattel ein letztes Mal den Zielstrich des Perskindol Swiss Epics 2017. Sechs verdammt coole Tage auf dem Bike liegen hinter uns auf denen wir die flowigsten Walliser Trails hinunterjagten. Auf dem letzten Teilstück erwischten wir noch einmal einen tollen Tag und konnten zum ersten Mal unter den besten zehn Teams im Overallranking finishen. Ein perfekter Abschluss einer wirklich genialen Woche!
Doch nun wieder einmal der Reihe nach: Da der Start der letzten Etappe auf neun Uhr terminiert wurde, warf uns der Wecker um 6:45 Uhr zu einer fast schon freundlichen Zeit aus dem Bett. Die Beine schmerzten natürlich beim Gang zum Frühstück, doch dieses Gefühl kannten wir schon von den vergangenen Tagen, weshalb wir uns erstmal keine größeren Gedanken machten über die anstehenden Qualen. Müsli und Marmeladebrot schaufelten wir ein letztes Mal im Übermaß morgens in uns hinein, bevor wir unser Rad in der Bikegarage abholten und nach wenigen Metern Rollen uns in unseren Startblock begaben.
Pünktlich um neun Uhr wurden wir ein letztes Mal auf die Reise geschickt. Auf uns warteten 45 Kilometer und 1900 Höhenmeter – klingt im ersten Moment machbar, doch ganz so einfach sollte die letzte Etappe nicht werden.

Gabi und ich fanden uns auf den ersten Metern relativ weit vorne im Fahrerfeld wieder und die Beine schmerzten zwar, doch der Tritt war noch rund und ich bekam, zeitweise zu meiner eigenen Verwunderung, noch ziemlichen Druck aufs Pedal. Der erste Anstieg hinauf in Richtung Schwarzsee verlief auf den ersten Metern auf Asphalt und war nicht zu steil – perfekt zum Warmwerden bei den Temperaturen um null Grad.
Kurze Zeit hatte ich die Hoffnung der gesamte Anstieg kann in diesem Rhythmus zurückgelegt werden. Doch diese Hoffnung wurde schnell zunichte gemacht. Zuerst wurde aus Asphalt Schotter, dann wurde aus der angenehmen Steigung eine harte Steigung und zu guter Letzt wurde aus der harten Steigung eine fast unfahrbare. Wir hatten zwar eine gute Grundgeschwindkeit hinauf zum Schwarzsee und konnten dadurch sogar auf die Gruppe vor uns auffahren, in der der norwegische Marathonmeister Fredrik Haraldseth unterwegs war. Doch die letzten Meter hinauf in Richtung des höchsten Punktes des Perskindol Swiss Epics 2017 auf über 2500 Meter waren derart steil, dass mein Eagle-Antrieb über mehrere hundert Meter voll ausgenutzt werden musste.

Trotz unserer tollen Platzierung zu diesem Zeitpunkt, trat ich oben auf dem Gipfel nicht mit allerletzter Konsequenz in die Pedale und genoss den Ausblick der mir zumindest ins Tal in Richtung Zermatt geboten wurde. Das Matterhorn selbst, das eigentlich zum Greifen nah war, wurde leider von etlichen Wolken umschlungen, sodass uns dieser Anblick leider verwehrt wurde.
Doch schon nach wenigen Augenblicken hieß es wieder volle Konzentration aufs Biken! Die erste Abfahrt des Tages auf dem Yo-Yo-Trail stand an und diese sollte es in sich haben. Auf einem tollen, hochalpinen Wanderweg mit etlichen Steinabsätzen und verblockten Passagen schlängelte sich der Weg hinab in Richtung Zermatt. Ich fuhr aus mehreren Gründen nicht komplett mit dem Messer zwischen den Zähnen diesen Downhill hinab. Natürlich wollte ich auf dem letzten Teilstück keinen Sturz mehr riskieren und meine Oberkörpermuskulatur musste allmählich den Strapazen der letzten fünf Tagen auch noch klein bei geben. Aufgrund des Defekts gestern, musste ich heute außerdem mit einem Schlauch im Hinterrad die Etappe bewältigen, weshalb ich mir auf diesen verblockten Passagen auch keinen Durchschlag einhandeln wollte.
Der Plan ging super auf und wir erreichten den Rand von Zermatt unfall- und defektfrei. Doch bevor der zweite lange Anstieg des Tages auf uns wartete, führte uns ein welliger Trail entlang der autofreien Stadt, der vom Spaß- und Panoramafaktor eine glatte Zehn verdient hat! Kurz als Durchgangsstation durch das von etlichen Touristen besuchte Städtchen und ab ging es für uns hinauf. Ein letztes Mal in dieser Woche.

Vom Profil her schien dieser Uphill kürzer und auch angenehmer zu sein, als Anstieg Nummer eins am heutigen Tag, zumal die letzten Meter auf den Gipfel kurz zuvor wirklich eine harte Nuss waren. Doch es kam natürlich wieder komplett anders als erwartet. Zwar waren circa zwei Drittel der Bergauf-Passage wirklich mit einem guten Rhythmus und einem zügigen Tempo gut zu bewältigen, doch die letzten Meter, oberhalb der Baumgrenze wurden einmal mehr zu einer richtigen Quälerei. Teils auf Trails, teils auf Skipisten, teils auf ‚Wegen‘ durch Geröllfelder mussten wir uns durchkämpfen um den zweiten Berg des Tages zu meistern. Immer wieder dachte ich, der Berg müsse doch zu Ende sein, doch es ging immer weiter hoch, und hoch, und hoch. Das Komische daran: Es war zwar verdammt hart und ich kämpfte oft mit mir selbst, doch im Nachhinein betrachtet, hat dieser Anstieg auch wirklich Spaß gemacht. Ob es am Panoramablick lag der uns von oben geboten wurde? – Ich weiß es nicht genau.
Trotzdem war ich froh als es endlich die letzten fünf Kilometer der Etappe eingeläutet waren und es nun auch bergab in Richtung Ziel ging. Über einen zuerst ruppigen Trail mit einigen Steinabsätzen und Wurzelfeldern führte uns die Strecke in eine angelegte Mountainbike-Flow-Abfahrt die letztendlich uns noch einmal ein dickes Grinsen ins Gesicht zauberte.

Mit Vollspeed schossen wir dann zurück in die Ortschaft von Zermatt und dem Ziel entgegen. Am Ende schafften wir heute mit dem zehnten Overallrang unser bestes Tagesergebnis in 3:09:57 Stunden. In der Gesamtwertung stehen wir nach sechs Tagen auf Platz 13 in der Overallwertung und Rang 12 in der Men-Kategorie in 21:09:08 Stunden mit insgesamt 3:10:55 Stunden Rückstand auf die Gesamtsieger vom Team Centurion-Vaude. Lediglich ein Master-Team war schneller als wir. Unter dem Strich sind wir natürlich super happy mit unserer Leistung über die letzten Tage und gleichzeitig total begeistert von den Eindrücken die wir hier im Wallis sammeln konnten!

Geismayr/Käß ungefährdet zum Gesamtsieg

Den Gesamtsieg sicherte sich hochverdient das Team Centurion-Vaude um Jochen Käß und Daniel Geismayr. Das Duo benötigte für die circa 350 Kilometer lediglich 17:58:13 Stunden und konnten sich somit erstmals zum Gesamtsieger der Rundfahrt krönen, nachdem sie in den Vorjahren stets mit Platz zwei vorlieb nehmen mussten. Den letzten Tagesabschnitt heute sicherten sie sich ebenfalls mit 2:25 Minuten Vorsprung auf das BiXS Pro Team um Konny Looser und Oliver Zurbrügg, die im Endklassement ebenfalls auf Platz zwei gelistet sind. Dritter in der Gesamt- und Tageswertung wurde Christoph Soukup und Michael Stünzi (Texpa-Simplon).
Bei den Damen ging der Gesamtsieg an Esther Süss und Jennie Stenerhag (Meerendal CBC), vor Ariane Lüthi und Alice Pirard (Spur-Wallonie), die sich heute den Tagessieg sichern konnten. Auf Platz drei heute und im Gesamtklassement rangieren Cornelia Hug und Florence Darbellay (Scott Womens-R'adys) In der Master-Kategorie ging der Sieg an Dani Schnider und Oliver Imfeld (Dani Schnider Radsport) vor Thomas Jauner und Christian Biffiger (Big Friends WOO) und Bärti Bucher und Heinz Zörweg (Meerendal CBC 2). Bei den Mixed-Fahrern setzte sich das Team CrazyVeloShop Scott um Viviane Spielmann und Bendicht Küpfer durch.

Tag 5: Der kalte Tag

Auf ‚Rain-Day‘ folgt ‚Cold Day‘: Auf der vierten Etappe des Perskindol Swiss Epics 2017 führten uns die Organisatoren nach drei spannenden Tagen rund um den Badekurort Leukerbad zurück ins Mattertal. 85 Kilometer und 2800 Höhenmeter beinhaltete die vierte Etappe auf dem Weg an den Fuß des Matterhorns nach Zermatt. Während Tobi und ich uns noch auf dem langen Weg in den Skiort mühten konnten die Tagessieger Jochen Käß und Daniel Geismayr von Centurion-Vaude den Gesamtsieg fast schon sicher eintüten.

Die heimliche Königsetappe des diesjährigen Perskindol Swiss Epics stand heute auf dem Programm. Im Gegensatz zur ersten Etappe mit etwas mehr Kilometer und mehr Höhenmeter als die heutige Herausforderung, standen die gut 250 Teilnehmer inklusive Tobi und mir am heutigen Tag doch etwas geschwächt am Start. Die letzten vier Tage haben wohl nicht nur bei uns ihre Spuren hinterlassen.

Die Überführungsetappe nach Zermatt mit der zweitlängsten Distanz des Rennens verursachte einmal mehr eine kurze Nacht bei uns. Startzeit acht Uhr – der Wecker klingelte um 5:45 Uhr. Nachdem es am Tag zuvor mittags so stark geregnet hatte, klarte der Himmel am Abend bereits wieder auf. Eine sehr kalte Nacht, Bodenfrost und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt am Morgen waren die Folge.

Mit klappernden Zähnen rollten wir uns in einer Tiefgarage warm um dann kurz vor acht rennbereit an den Start zu stehen. Die Kälte setzte uns zu, selbst ein zweites Paar Handschuhe und ein Kopftuch halfen mir nur bedingt die niedrigen Temperaturen auszuhalten. Selten zuvor sehnten wir beide uns danach so schnell wie nur möglich bergauf fahren zu dürfen.
Zum Glück für uns und alle anderen Teilnehmer führten die ersten Meter der heutigen Etappe dann auch bergauf. Auf derselben Strecke wie zwei Tage zuvor führten die Strecke zunächst 200 Höhenmeter bergan, ehe die rasante Fahrt ins Rhône-Tal begann. Stolze 1000 Höhenmeter vernichteten wir auf steilen und technisch anspruchsvollen Trails. So wirklich genießen konnten wir die Abfahrt nicht, kalte Finger und mangelnde Konzentration machten Bremsmanöver komplizierter als erhofft.

Doch uns beiden gelang es erneut mit einem hohen aber wohlbedachten Tempo uns unter den ersten zwanzig Teams einzureihen. Unten im Tal wartete dann die Erlösung. Strahlender Sonnenschein und eine kurze Flachpassage beendeten in kurzer Zeit alle Sorgen. Zumal danach der längste Anstieg der gesamten Woche auf uns wartete. Stolze 1200 Höhenmeter standen von da an in den nächsten 25 Kilometer vor uns. Es sollte uns also in den nächsten Stunden warm bleiben.

Um die Qualen etwas verträglicher zu gestalten, versahen die Streckenplaner den Anstieg mit mehreren kurzen Bergabpassagen, sodass der Aufstieg letztlich sehr angenehm zu befahren war. Mit etwas müden Beinen benötigte ich erst einmal einige Meter im Anstieg um den Rhythmus von Tobi voll zu akzeptieren. Und während wir in einem wirklich forschen Tempo die ersten 600 Höhenmeter bis zur ersten Verschnaufspause pedalierten, folgte daraufhin eine echte Trailherausforderung. Über mehrere Kilometer hinweg schlängelte sich ein schmaler, stets leicht ansteigender Pfad mit vielen Wurzeln und Steinen durch die Hänge oberhalb des Rhône-Tals. Ich war erstmal wirklich erleichtert, als ein paar wenige Meter Asphalt uns zur ersten Verpflegungsstation führten.

Mit frisch aufgefüllten Trinkflaschen und frischer Nahrung galt es dann den zweiten Teil des Anstieges zu meistern. Unterbrochen durch eine kurze aber sehr flowige Trail-Abfahrt kletterten wir die verbliebenen 600 Höhenmeter zum höchsten Punkt des Tages auf 1800 Metern. Dabei konnten wir unser anfangs hohes Tempo weiter halten und gegenüber den vor uns fahrenden Teams wertvolle Meter gut machen.

Doch die Freude währte nicht lange: In der folgenden Abfahrt hinab ins Mattertal schlug bei uns der Defektteufel zu. Ohne bewusst einen spitzen Stein oder ähnliches wahrgenommen zu haben, verlor Tobis Hinterreifen an Luft. Jetzt war schnelles Handeln gefragt: Denn zwei knapp hinter uns liegenden Teams passierten uns sofort und der Rückstand zu diesen wollten wir möglichst geringhalten. Der schnelle Einsatz eines Maxalami-Streifens und die Tubeless-Milch dichteten das Loch im Reifen ab, etwas Luft aus der CO2-Patrone und weiter ging die rasante Fahrt.

Ein weiterer faszinierender Trail am steilen Abhang ins Tal mit vielen Spitzkehren brachte uns zur vorletzten Service-Station. Während ich für uns beide das nötigste an Nahrungsmittel besorgte kümmerte sich Tobi nochmals um seinen Reifen. Die letzten 15 Kilometer des Tages standen noch vor uns.

Der Aufstieg nach Zermatt führte stets entlang des Flusses Mattervispa hinauf an den Fuß des Matterhorns. Auf den ersten Metern wurden wir beide überrascht von einem steilen Singletrail, bei dem wir uns nur mit Mühe auf dem Rad halten konnten. Im weiteren Verlauf wechselten sich interessante Trailpassagen mit asphaltierten und geschotterten Streckenabschnitten auf leicht ansteigendem Terrain ab, sodass zu keinem Zeitpunkt Langeweile im Anstieg aufkam.

Und da wir beide uns noch verhältnismäßig frisch fühlten konnten wir den Gashahn nochmals aufdrehen. Der Defekt an Tobis Hinterrad verhinderte letztendlich eine Aufholjagd auf die vor uns liegenden Teams, nichtsdestotrotz konnten wir angesichts des 15. Tagesranges zufrieden den Zielstrich im 1600 Meter hoch gelegen Zermatt überqueren.

Geismayr/Käß unaufhaltsam auf dem Weg zum ersten Perskindol Swiss Epics-Gesamtsieg
Scheinbar erholt von den anfänglichen Magenproblemen bei Jochen Käß dominierte das Centurion-Vaude-Duo einmal mehr die heutige vierte Etappe. Im langen Aufstieg zum höchsten Punkt des Tages starteten sie ihre Solo-Fahrt, die mit 9:01 Minuten Vorsprung auf die Zweitplatzierten Konny Looser und Oliver Zurbrügg endete. Somit stehen Käß und Geismayr nach drei knappen Niederlagen in den vergangenen Jahren erstmals vor dem Gesamtsieg des Perskindol Swiss Epics. Angesichts des 15-minütigen Vorsprungs auf die Gesamtzweiten Looser/Zurbrügg dürfte auf der morgigen Etappe nicht mehr allzu viel Gefahr drohen. Spannend wird es noch im Kampf um Rang zwei. Die Drittplatzierten Christoph Soukup und Michael Stünzi verloren zwar am heutigen Tag fast zwei Minuten, liegen aber mit 3:18 Minuten Rückstand auf das BiXs-Duo noch in Schlagdistanz zum zweiten Gesamtrang.

Bei den Damen konnten Esther Süß und Jennie Stenerhag ihre Gesamtführung mit dem heutigen Etappensieg weiter ausbauen. 18:29 Minuten Vorsprung auf die Zweitplatzierten Ariane Lüthi und Alice Pirard sollten für die finale Etappe ausreichen um das gelbe Leaderjersey morgen auch bei der Gesamtsiegerehrung überziehen zu dürfen.

Tag 4: Wer bremst verliert

Die Ruhe vor dem Sturm - gleich startet die Etappe.Foto: Gabi Sindlinger

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Aus ‚Flow-Day‘ wurde ‚Rain-Day‘ – und das ganz offiziell von den Organisatoren des Perskindol Swiss Epics. Der erhöhte Start auf der Rinderhütte wurde gestrichen und anstatt den ersten Anstieg mit der Gondel zu absolvieren, mussten wir jetzt eben doch einige Höhenmeter zu Beginn der Etappe hochstrampeln. Uns machte die Streckenänderung und die damit verbundenen 200 Extrahöhenmeter im Vergleich zum ursprünglich geplanten Teilstück wenig aus – und coole, nasse Trails gab es heute zusätzlich auch noch!

Out of control in Richtung Ziel

Beginnen wir einmal mehr wieder am Morgen – früh am Morgen! Aufgrund der zu erwartenden starken Regenfälle am Nachmittag wurde der Start der dritten Etappe des Swiss Epics auf acht Uhr vorverlegt, sodass alle Fahrer zumindest ansatzweise die Chance hatten, halbwegs trocken ins Ziel zu kommen. So viel vorweg: dieser Plan ging leider nicht ganz auf.
So hieß es für uns einmal mehr um sechs Uhr zum Frühstück zu gehen, damit wir pünktlich um kurz vor acht in unserem Startblock uns einfinden konnten. Unsere Beine waren zwar müde, doch sie fühlten sich nicht so an als dass sie sofort ihren Dienst quittieren würden. Deshalb standen wir zuversichtlich am Start der 42 Kilometer langen Etappe auf der insgesamt 1700 Höhenmeter bewältigt werden mussten.
Als es endlich los ging, reihten wir uns auf den ersten Metern wieder relativ weit vorne im Fahrerfeld ein, da das Tempo im neutralisierten Startbereich nicht sonderlich hoch war. Doch schon rasch ging es in den ersten Berg auf dem die ersten Meter auf Asphalt zurückgelegt wurden. Gabi und ich fanden einen tollen Rhythmus und sahen nur noch im Augenwinkel wie vorne an der Spitze Jochen Käß und Daniel Geismayr schon auf dem ersten rennoffenen Kilometer zur Attacke bliesen.

Wir kurbelten und kurbelten und freuten uns ehrlich gesagt, dass wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht im totalen Dauerregen unterwegs waren. Nach circa 600 Höhenmetern ging es dann in die erste Abfahrt, die uns wieder zurück in Richtung Leukerbad führte. Der Trail war zu unserer Verwunderung zumindest im Wald noch ziemlich trocken und so konnten wir zumindest an diesen Stellen die Bremse noch etwas vermehrt offen lassen. Über coole Steinabsätze, Spitzkehren und Wurzelpassagen kamen wir zurück in den Startort, den wir allerdings zu diesem Zeitpunkt nur als Durchgangsstation nutzten, da es noch weitere Tiefenmeter auf extrem schnellen und flowigen Trails weiter in Richtung Tal ging.
Doch wie schon so oft in dieser Woche wurde dieses Trailspektakel für unseren Geschmack zu früh beendet. Zunächst standen wenige Meter Aspahlt auf dem Programm, auf denen man sich ein letztes Mal gut erholen konnte, bevor es wieder nach oben ging. Und dieses Mal ging es weit nach oben: 1100 Höhenmeter am Stück warteten auf uns!

Gabi und ich gingen zwar zügig, aber bedacht in den Anstieg und fuhren von Beginn an unseren eigenen Rhythmus, was sich im Laufe des Uphills einmal mehr als goldwert heraus kristallisieren sollte. Auf den ersten Metern wurden wir sogar mit wenigen Sekunden – man höre und staune – Sonnenstrahlen bedacht, doch die Hoffnung nur halbwegs dreckig in Leukerbad ins Ziel einzufahren, löste sich nur wenige Sekunden später in Luft auf. Große Regenwolken zogen hinein ins Tal und brachten bikerunfreundliche Windböen mit sich, die uns sogar in den Bergauf-Passagen wirklich zu schaffen machten. Ich war zwar zügig unterwegs und keinesfalls über dem Limit, doch der zum Teil starke Gegenwind setzte mir dann doch immer wieder etwas zu. Gabi, der von den vergangenen harten Tagen zwar frischer ist als ich, aber nun doch auch immer wieder Müdigkeitsgefühle bei ihm einsetzen, spannte sich vor mich und gab mir im Anstieg perfekten Windschatten. Und so kamen wir zügig in Richtung dem höchsten Punkte des Tages auf über 2000 Meter immer näher.
Der inzwischen stark eingesetzte Regen machte uns in diesem Moment noch relativ wenig aus – der Wind war immer noch unser größter Feind. Doch auf den letzten Metern des Uphills, die in einem dicht bewachsenen Wald zurückgelegt wurden, kämpften wir plötzlich nicht mehr mit Wind und Wetter, sondern viel mehr mit dem steilen Trail auf dem wir uns befanden.
Die letzten Meter brachten wir schiebend hinauf zu einem kleinen Bauernhof aber noch gut hinter uns, bevor es hinab ging in Richtung Ziel. Kurz vor der Traileinfahrt konnten wir noch ein schweizer Team überholen, dass uns noch schnell hinterhergerufen hat: „Jungs passt auf, der Trails ist steil und verdammt rutschig!“

Wir wussten, dass es nur noch hinab ging und so knallte Gabi vor mir in den schmalen Pfad, der zwar auf den ersten Metern über eine Kuhweide ging und wir knöchelhoch im Matsch standen, doch schon schnell im Wald zu einem fast staubtrockenen Flowabenteuer wurde. Ich erinnerte mich kurz an die Worte der schweizer Mannschaft, die wir inzwischen hinter uns gelassen haben, und wunderte mich einen Bruchteil von Sekunden, weshalb der Trail denn bitteschön rutschig sein sollte?! Die Antwort bekam ich sofort!
Wir bogen links ab und plötzlich waren dort nur noch Wurzelfelder, Spitzkehren und lehmige ausgefahrenen Rinnen, auf denen der beste Downhillmantel auf Gripsuche gewesen wäre. Absteigen? – Zu spät! Ich befand mich schon im steilen Teil des Trails. Bremsen? – Keine gute Idee, da wäre der Abflug vorprogrammiert gewesen. Frei nach dem Motto: Wer bremst verliert! Im Augenwinkel sah ich wie Gabi harmlos auf die linke Seite fiel, weil es ihm einfach beide Räder gnadenlos unter den Füßen weggezogen hat. Ich schoss geradezu hinterher, quer über Wurzeln und Absätze. Kontrolliert konnte man das nicht mehr nennen! Verdammt schnell war es aber auf alle Fälle.

Es kam ein kurzes Flachstück auf dem Trail auf dem meine Reifen wieder etwas haltbaren Kontakt zum Boden herstellen konnten. Plötzlich hörte ich es hinter mir rauschen. Die Flowteilnehmer kamen angeflogen – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Quer durch die Wälder Leukerbads flog mir irgendwie querfeldein der schweizer Skicross-Profi Alex Fiva entgegen, der gemeinsam mit René Wildhaber im Team unterwegs ist. Der ehemalige Weltcupgesamtsieger war aber wieder in Windeseile auf dem Bike und schoss der Bike-Koryphäe den matschigen Trail hinterher. Gabi und ich machten schnell und fair Platz und waren etwas erstaunt über das Tempo, das auf diesem Trail doch noch gefahren werden konnte – vor allem sah das sehr kontrolliert aus.
Wir kamen ohne große Vorkommnisse vollends unten an und waren einerseits froh, dass uns auf diesem Weg nichts passiert ist, wir defektfrei durchkamen und noch halbwegs zügig den Berg hinunter kamen – zumindest für unsere Verhältnisse war das schnell ;-). Andererseits hat der Trail einfach unglaublich viel Spaß gemacht, deshalb rasten wir mit einem weinenden und einem lachenden Auge in Richtung Finish-Area.
Im Ziel waren wir dann wieder einmal super zufrieden mit unserem Ergebnis. Wir konnten bis jetzt unsere beste Tagesplatzierung einfahren (Platz 12 overall und auch Platz 12 in der Kategorie Men) in einer Zeit von 2:37:18 Stunden.

Käß und Geismayr nicht zu stoppen

Wie schon eingangs unseres Berichts erwähnt, drehten Jochen Käß und Daniel Geismayr vom Team Centurion Vaude vom Start weg voll am Gashahn. Konny Looser und Oliver Zurbrügg (BiXS) konnten dem Duo noch kurz folgen, doch schon vor der ersten Abfahrt war die heutige Etappe zu Gunsten des deutsch-österreichischen Duos entschieden. Die Beiden kamen sicher die Abfahrten hinab und holten sich in lediglich 2:09:42 Stunden den Tagessieg, fast fünf Minuten vor dem schweizer Duo. Auf Rang drei folgte das Team Texpa-Simplon um Christoph Soukup und Michael Stünzi.

Bei den Damen ging der Sieg heute in 2:53:39 Stunden an Ariane Lüthi und Alice Pirard (Spur-Wallonie), die sich im letzten Downhill noch an Esther Süss und Jennie Stenerhag (Meerdendal CBC) vorbeischieben konnten.
Morgen wartet auf uns Biker noch einmal ein richtig harter Brocken. Über 85 Kilometer und 2800 Höhenmeter mit insgesamt zwei langen Anstiegen über circa 30 bzw. 17 Kilometer führt die Strecke von Leukerbad nach Zermatt.

Tag 3: Ein harter Tag im Sattel

Etappe zwei ist geschafft! Einmal mehr bot uns die Strecke am heutigen Tag einige spektakuläre Trailabfahrten und ein großes Highlight des diesjährigen Perskindol Swiss Epics: Nach etwa der Hälfte der Distanz des heutigen Teilstücks überquerten wir die fast 200 Meter hohe Hängebrücke von Niouc von der sich normalerweise Bungee-Springer in die Tiefe stürzen. Den Tagessieg sicherte sich heute auf der zweiten Etappe rund um Leukerbad über 72 Kilometer und 2500 Höhenmeter das Team Centurion Vaude um Jochen Käß und Daniel Geismayr, die damit wieder das gelbe Leaderjersey übernehmen konnten.
Nichts für schwache Nerven.

Beginnen wir wieder von vorne – genau genommen früh am Morgen. Da der Start heute auf neun Uhr terminiert wurde hieß es für uns heute ‚erst‘ um 6:30 Uhr aufzustehen. Nach einer reichlichen Portion Marmeladebrot und Müsli beim Frühstück, einem letzten Bikecheck und wenigen Metern warmrollen, begaben wir uns in unseren Startblock. Die Beine fühlten sich nach dem sehr kräfteraubendem Tag gestern ehrlich gesagt ziemlich bescheiden an. Da half auch die kostenlose Massage von Perskindol am Vorabend nicht viel. Nichtdestotrotz waren wir guten Mutes, denn zum einen wird es der Konkurrenz wohl auch nicht extrem viel besser gehen und zum anderen hatten wir immer noch die Hoffnung, dass sich die Beine etwas frei fahren nach einigen Metern.
Punkt neun Uhr fiel dann in Leukerbad für uns der Startschuss und wir rasten neutralisiert einige steile Asphaltstraßen durch den Badekurort hinab in Richtung Tal. Doch das entspannte Bergabrollen wurde rasch beendet. Die Neutralisation wurde aufgehoben und es ging für uns ab nach oben. Zu unserer Überraschung war das Tempo, das die Spitzenteams anschlugen gar nicht so extrem hoch, sodass wir einige Meter in der Spitzengruppe mitfahren konnten. Hoffnung eins, dass es den anderen Bikern ähnlich geht wie uns, hat sich somit schon einmal bewahrheitet.
350 Höhenmeter auf Asphalt mussten erstmal bewältigt werden – und das war perfekt für uns. Denn tatsächlich lockerten sich die gefühlt steinharten Oberschenkelmuskeln etwas und wir kamen somit vor der ersten Abfahrt ziemlich gut in Tritt.

Über einen tollen, teils sehr flowigen, teils sehr ruppigen Trail ging es hinab in Richtung Rhonetal. Der lange Downhill wurde nur kurz unterbrochen, als wir einen kleinen Gegenanstieg von 200 Höhenmetern hinter uns bringen sollten. Einige Meter davon mussten allerdings aus Sicherheitsgründen zu Fuß bewältigt werden, denn auf dem schmalen Wanderpfand ging es links von uns gut und gerne 100 Meter in die Tiefe.
Unten in den Weingebieten des Rhonetals angekommen fühlten wir uns sehr gut. Wir fanden uns plötzlich in einer Gruppe um Platz 15 wieder und waren für den ersten Moment über unseren Fitnesszustand ziemlich happy. Es gab nur einen kleinen Haken an der Sache: Wir fuhren mitten in der Gruppe der beiden führenden Master-Teams. Zwei Mannschaft die dem anderen keinen Meter zum Erholen gönnen wollten und wir! So wurde das circa 7 Kilometer lange, wellige Teilstück für uns etwas unangenehm. Es bestand nicht einmal die Möglichkeit schnell einen Riegel oder ein Gel zu sich zu nehmen, weil man stets Angst haben musste, dass vorne in der Gruppe zur nächsten Attacke geblasen wird.

Wir blieben dran! Und so ging es für Gabi und mich, mit samt der Master-Teams in den ersten langen Aufstieg des Tages hinauf in Richtung zur Hängebrücke von Niouc. Zu allem Überfluss näherten sich von hinten noch die Leader in Master-Kategorie, die zuvor durch einen Defekt zurück gefallen waren. Mir wurden diese Taktierereien und Spielereien irgendwann zu bunt und ich informierte Gabi, dass ich den Berg hinauf mein eigenes Tempo fahre und die Gruppe ziehen lassen werde. Mein Bruder hatte zu diesem Zeitpunkt zwar noch etwas mehr Saft in seinem Tank, doch er gesellte sich zu mir und wir fanden einen super Rhythmus auf dem langen Anstieg. Auf den letzten Metern des Bergs konnten wir somit auch schon wieder ein Master-Team einholen, das zuvor den Anschluss verloren hatte.

Oben angekommen ging es kurz bergab und dann kam sie: Die Hängebrücke von Niouc – ein absolutes Highlight des Persklindol Swiss Epics 2017. Fast 200 Meter hoch, circa 70 Zentimeter breit, etwas wackelig und rechts und links ein, auf den ersten Blick, nicht ganz vertrauenswürdiges Geländer, das allerdings stabil gehalten hat. Schiebend liefen wir in Reih und Glied über die Brücke über die sonst Bungee-Jumper ins Tal springen. Ich wagte gleich zu Beginn einige Blicke in die Tiefe und kam zu dem Entschluss, dass ich zumindest keine Lust hätte hier einen Bungee-Sprung zu machen. Trotz wackeligem Untergrund und schmalem Weg habe ich mir den Übergang über die spektakuläre Brücke schlimmer vorgestellt als es letzten Endes war. Es war auf jeden Fall definitiv ein Highlight des Swiss Epics – so viel steht schon jetzt fest.

Nach weiteren, wenigen Höhenmetern waren wir nun endgültig oben angekommen und über einen schönen schnellen Trail ging es hinab ins Tal. Nach circa der Hälfte des Downhills meldeten sich allerdings meine Handgelenke zu Wort. Der schnelle Trail, der kurzzeitig über einige Steinabsätze und Wurzelfelder führte, zollte seinen Tribut. Glücklicherweise hatten die Streckenplaner ein kleines Einsehen mit uns und es wurden zwischenzeitlich ganz kleine Abschnitte aus Asphalt bergab eingebaut, sodass wir uns dort gut erholen konnten.
Über einen langen welligen Trail ging es in Richtung der letzten Verpflegungsstation des Tages. Ein kurzer Stopp am Service-Point, bei dem ich mir schnell zwei Becher Cola und zwei Stücke Melone runterdrückte, bevor es zum Abschluss des Tages stolze 20 Kilometer bergauf in Richtung Leukerbad ging. Die ersten Meter des Anstiegs ließen schlimmes befürchten, denn etliche steile Rampen forderten einmal mehr das spezielle 50er-Ritzel der Eagle Kassette voll aus.

Doch glücklicherweise wurde es flacher und der Weg war erst einmal asphaltiert. Ich fühlte mich noch gut und hatte aufgrund der Kräfteeinteilung am ersten langen Anstieg, als wir unsere Gruppe ziehen ließen, noch einige Reserven. Gabi und ich fanden schnell einen super Rhythmus und konnten auf den verbleibenden 15 Kilometern das Gaspedal voll durchdrücken. Team für Team, welche wir zuvor davonfahren ließen, konnten wir wieder einfangen und auch gleich überholen, indem wir unseren eigenen Stiefel einfach weitergefahren sind.
In der Zwischenzeit begann es wie gestern auf den letzten Metern wieder zu regnen. Auf einem spaßigen Trail hinauf in Richtung Ziel war somit noch einmal Vorsicht geboten, da einige nasse Steine sich uns in den Weg stellten, an denen wir beim Überfahren nicht alles riskierten, um nicht unglücklich wegzurutschen.

Auf den finalen Metern kurz vor Leukerbad musste ich noch einmal kurz auf die Zähne beißen, da die letzten 20 Kilometer im Vollgasmodus, dann doch einige Spuren hinterlassen haben. Doch ich quälte mich über die letzte Kuppe und wir konnten am Ende auf einem sehr guten 14. Overall-Rang (13. Men-Kategorie) in 4:07:07 Stunden finishen.

Käß/Geismayr zurück in Gelb
Nachdem am Vortag Jochen Käß mit Magenproblemen dem Tempo der Spitze nicht folgen konnte, fand er heute zu alter Stärke zurück. Der Deutsche und sein österreichischer Partner siegten in Leukerbad in 3:30:18 Stunden vor dem Duo Soukup/Stützi (Texpa-Simplon)und den Tagessiegern von gestern Konny Looser und Oliver Zurbrügg (BiXS). Das Team Centurion Vaude übernahm durch den heutigen Erfolg auch wieder das Leaderjesey und geht somit als Topfavorit auf den Gesamtsieg auf die verbleibenden drei Etappen.
Bei den Damen setzten sich erneut Esther Süss und Jennie Stenerhag (Meerendal CBC) in 4:20:27 Stunden gegen Ariane Lüthi und Alice Pirard (Spur-Wallonie) durch.

Morgen stand beim Perskindol Swiss Epic ursprünglich der Flowtag auf dem Programm, bei dem wie beim Prolog erhöht gestartet werden sollte und es mehr Tiefen- als Höhenmeter zu bewältigen gäbe. Doch von den Organisatoren wurde der „Flow-Day“ in „Rain-Day“ umbenannt. Da morgen Regen bzw. Schnee und ein Temperatursturz am Nachmittag zu erwarten ist, wurde der erhöhte Start gestrichen und die Startzeit auf 8 Uhr vorverlegt. So müssen alle Biker morgen von Leukerbad erst einmal den Berg hochstrampeln, ehe es bei circa der Hälfte der langen Abfahrt die ursprünglich geplant war auf den geplanten Track einbiegen.

Tag 2: Die Königsetappe

Raceselfie deluxe: Das Team Gabi und Tobi SindlingerFoto: Gabi Sindlinger

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Nach dem gestrigen kurzen aber knackigen Auftakt des Perskindol Swiss Epic 2017 nahm das sechstägige Etappenrennen erst am heutigen Tag so richtig an Fahrt auf. Und das gleich einmal mit dem Tempo eines Ferraris: Über 92 Kilometer und stolze 3050 Höhenmeter führte die erste Überführungsetappe vom Startort Grächen in den Badekurort Leukerbad. Für Tobi und mich eine echte Herausforderung, denn die Distanz und die vielen Höhenmeter stellen eher eine Ausnahme im Cross-Country-Alltag dar.
Der heutige Tag begann sehr früh: Schon um kurz vor sechs Uhr jagte uns der Wecker aus dem Bett. Die lange Etappendistanz veranlasste die Organisatoren des Events wie auch bei der zweiten Überführungsetappe beim fünften Tagesabschnitt auf dem nach Zermatt die Startzeit um acht Uhr anzusetzen, sodass auch für die hinteren Fahrer im Feld genügend Zeit zum Finishen bleibt. Etwas mühevoll quäle ich mich aus dem Bett, das an diesem Tag extrem wichtige Frühstück sollte trotz der langen Distanz nicht zu spät eingenommen werden. Mit einem überfüllten Bauch möchte niemand am Start stehen.

Eine Stunde vor dem Start heißt es dann für uns Tasche packen und ab aufs Rad. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt erhält der Begriff Warmfahren eine doppelte Bedeutung. Einerseits gilt es vor allem die Muskulatur zu erwärmen, andererseits sind wir beide froh, als nach einigen Minuten, dass Zähneklappern vor Kälte ein Ende nimmt.
Punkt acht Uhr fällt für uns die weiteren Lizenzfahrer und die Fahrer des ersten Startblocks der Startschuss. Zwei weitere Startblöcke folgen stets in 15 Minuten Abständen danach. 150 Höhenmeter zu Beginn und eine fast 15 Kilometer lange Abfahrt sind der Grund, weshalb wir von Beginn an auf die Tube drücken – und das bei noch je drei bevorstehenden Anstiegen à 800-1000 Höhenmetern.
Unser Plan geht auf, wir erwischen einen guten Start und können uns von Beginn an unter den ersten 20 Teams einreihen. Die Spitzengruppe und deren Verfolgergruppe entwischen uns, aber direkt dahinter können wir freie Fahrt auf der ersten langen Abfahrt auf der WM-Strecke von 2019 genießen. Und diese ist einmal mehr ein Paradies für Trailliebhaber. Auf unterschiedlichen Terrains können unsere beiden 120-Millimeter-Fullys ihr ganzes Können ausspielen. Und als wir mehrere Top-Teams mit Defektpech passieren, freuen wir uns vielleicht etwas verfrüht über unser Glück defektfrei den ersten langen Anstieg angehen zu können.
Mit dem Wissen, dass noch einige schwere Hindernisse auf dem Weg nach Leukerbad warten, drosseln wir das Tempo auf den ersten Metern. Insbesondere Tobi plant etwas vorrausschauender und fährt frühzeitig sein eigenes Tempo und lässt sich dabei weder durch mein unrhythmisches Tempo noch durch die Überholmanöver einiger weniger Teams aus der Ruhe bringen. Mit einem guten Gefühl und noch durchaus guten Beinen erreichen wir nach 45 Minuten den höchsten Punkt des Anstiegs.
Und was uns von da an auf dem Weg ins Tal nach Visp erwartete sprengte alle bisherigen Trailerfahrungen bei Marathonrennen. Ein sagenhafter Trail, zunächst sehr flowig mit einigen kleinen Hindernissen und später ein nicht mehr enden wollendes Spitzkehrenspektakel sorgte für ein breites Grinsen in unseren Gesichtern. Wie cool war das denn bitteschön? Doch die Euphorie wurde bei mir schnell gebremst. Mein Vorderreifen verlor aus unerfindlichen Gründen einiges an Luft. Mit weniger als einem Bar rollte ich auf die wenigen flachen Meter auf dem Weg zum nächsten Anstieg.

Die Befürchtung weiter an Luft zu verlieren konnte ich dann aber zum Glück nach wenigen Minuten beiseitelegen. Die verbleibenden sieben bis acht Kilometer bis zur nächsten Service Station und damit einer großen Luftpumpe konnte ich also mit gutem Gewissen angehen. Ein weiterer durchaus angenehmer Anstieg zunächst auf Schotter, später auf Asphalt brachte uns dorthin, ehe wir beide uns mit frischen Getränken versorgen konnten und ich die nötige Luft im Vorderreifen nachpumpen konnte.

Nachdem es uns im ersten Anstieg noch so gut gegangen war, begannen nun erstmals die Muskeln sich zu wehren. Insbesondere Tobi reduzierte das Tempo noch im Anstieg, zumal noch fast die Hälfte der Distanz und der Höhenmeter vor uns stand. Die wohl überlegte Krafteinteilung zeigte Wirkung und so kamen wir mit einem guten Gefühl über den vorletzten Berg des Tages. Die Abfahrt ins Rhône-Tal erfolgte einmal mehr im Großteil auf vielen tollen Trails. Insbesondere der letzte Abschnitt kurz vor der Talsole wartete mit mehreren fahrtechnischen Herausforderungen auf uns. Mehrere verblockte Passagen mit natürlichen Steinfeldern forderten höchste Konzentration.
Nach nun knapp vier Stunden Fahrzeit und mehr als 3000 zurückgelegten Tiefenmetern machten sich nun nicht nur muskulär, sondern vor allem auch an den Händen Probleme bemerkbar. Nur mit Mühe konnten wir zwei knapp vor uns in die Abfahrt gefahrene Teams einholen um gemeinsam eine zehn Kilometer lange Flachpassage zum Beginn des finalen Anstiegs nach Leukerbad in Angriff zu nehmen. Nun war meine Stunde gekommen, nachdem eines der beiden eingeholten Teams uns bereits früh davonfuhr und das weitere Duo schon sichtlich litt, war es an mir das Tempo im starken Gegenwind vorzugeben – was später nicht ohne Folgen bleiben sollte.

Nun waren wir beide angeknackst und der schlimmste Anstieg des Tages wartete noch. Während die ersten beiden langen Bergaufpassagen noch kontinuierlich bergan führten, sorgten die Veranstalter mit mehreren steilen Rampen auf einem schmalen Singletrail für schmerzverzehrte Gesichter bei uns und unseren Mitstreitern. Und während Tobi bereits seit längerer Zeit sichtbar litt, klopfte nun auch bei mir der Mann mit dem Hammer an der Tür. Und so wurden die letzten fünf Kilometer für uns beide für eine richtige Qual, zumal es nun auch noch anfing zu regnen.

Doch mit letzter Willenskraft gelang es uns schließlich auch diese harten Kilometer hinter uns zu bringen um nach 5:19:56 Stunden als 17. Duo overall die Ziellinie zu überqueren.

Unser Bike Setup:
Am gestrigen Tage kam die Frage auf, wie denn unsere Bike-Setup beim Perskindol Swiss Epic aussähe. Wie im Einführungsartikel bereits erwähnt sind wir beide auf einem Simplon Cirex-Fully mit 120 Millimeter an der Federgabel und 110 Millimeter am Heck. Da die Strecke beim Swiss Epic einige Reserven bei Federgabel und Dämpfer erfordern fahren wir beides mit relativ niedrigem SAG, Tobi fährt 20 Prozent an der Front und 15 Prozent am Heck, ich tendenziell etwas härter.

Beim Antrieb bauen wir beide auf die neue 1x12 Sram X.O-Schaltung mit 32 Zähnen am vorderen Kettenblatt. Insbesondere das große 50er-Ritzel an der Kassette hat an den ersten zwei Tagen schon wertvolle Arbeit verrichtet. Bremsen fahren wir beide Magura’s MT8 mit 180 Millimeter Bremsscheiben vorne und hinten, was aber weniger auf die härtere Belastung in den Alpen, sondern vielmehr dem Standardaufbau von Simplon geschuldet ist.

Tobi und ich sind beide auf Schwalbes Rocket Ron bzw. Racing Ralph in der Snake-Skin-Variante unterwegs, aufgebaut mit Tubeless. Aufgrund der hohen Pannenanfälligkeit beim Rennen hier im Wallis fahren wir beide mehr Luftdruck als üblicherweise. Im vorderen Reifen sind wir ungefähr mit 1,8 bar unterwegs, im Hinterreifen halten 1,8-2,0 bar den Kontakt zum Untergrund. Vielleicht noch interessant: Wir haben beide hauptsächlich aus Routine heraus auf die Montage von einer absenkbaren Sattelstütze verzichtet.

So lief es bei den Profis:
Beim gestrigen Tag noch Zweitplatzierte, heute ohne Ergebnis. Beim schweizer Top-Team um Andri Frischknecht und Matthias Stirnemann ist das Rennen schon jetzt beendet. Frischknecht stürzte gestern beim Prolog und musste heute frühzeitig aufgeben, sodass sein Teampartner Stirnemann nur noch als Fahrer außerhalb der Konkurrenz die heutige Etappe beenden konnte. Ebenso gehandicapt war am heutigen Tag das Duo Jochen Käß und Daniel Geismayr. Jochen Käß litt unter Magenproblemen und konnte nicht seine volle Leistungsfähigkeit abrufen. Den Tagessieg mit mehr als sechs Minuten Vorsprung sicherte sich das Bixs-Duo Konny Looser/Oliver Zurbrügg in 4:31:50 Stunden vor dem Team Texpa-Simplon und den geschwächten Centurion-Vaude-Fahrern. Bei den Damen konnten sich Jennie Stenerhag und Esther Süß mit dem Tagessieg das Führungstrikot überstreifen.

Tag 1: Der Prolog - 1150 Tiefenmeter auf Trails – willkommen im Wallis!

So lief es beim Team von mtb-news.de:

Der Prolog des diesjährigen Swiss Epics ist Geschichte! Auf der 18 Kilometerschleife rund um Grächen, die für Flow- und Epic-Teilnehmer identisch verlief, wurde uns Bikern gleich zu Beginn ein regelrechtes Trailspektakel präsentiert. 1150 Tiefenmeter Trail – am Stück, versteht sich! Mensch und Material kamen deshalb gleich zum Auftakt einmal an seine Grenzen, doch die Vorfreude auf die kommenden Tage ist bei uns trotzdem riesig! Den Sieg auf dem ersten Teilstück sicherte sich das Team Centurion Vaude um Daniel Geismayr und Jochen Käß.
Von ganz oben nach ganz unten auf feinsten schweizer Trails

Wir kommen nicht mehr so richtig aus dem Grinsen heraus. Ok, der Prolog in Grächen über 18 Kilometer und 650 Höhenmeter, der als Teamzeitfahren ausgetragen wurde, hatte es schon einmal ziemlich in sich. Doch durch den erhöhten Start auf der Hannigalp wurden uns auch gleich zu Beginn unfassbar coole Singletrails präsentiert, die einige der Qualen in wenigen Tausendstelsekunden vergessen machten.
Doch der Reihe nach: Nach unserer problemlosen Anreise gestern, waren wir gespannt auf den ersten Tag des Perskindol Swiss Epics 2017. Gesprochen wird über diese Veranstaltung jedes Jahr viel. Trails ohne Ende versprechen die Veranstalter und auch viele Teilnehmer aus den Vorjahren loben das Mehrtagesrennen in den höchsten Tönen. Viele Trails – ok, das konnten wir uns vorstellen. Vor allem wir Deutsche werden bei Langstreckenrennen nicht wirklich oft mit schmalen Wegen der Extraklasse verwöhnt. Doch das der Auftakt gleich so ausfällt, da waren wir dann doch etwas überrascht.

Pünktlich um 14:34 Uhr wurden Gabi und ich von der Startrampe auf der Hannigalp losgeschickt. Bevor wir allerdings in den Downhill einbiegen durften, standen uns noch circa 350 Höhenmeter im Weg. Klingt im ersten Moment machbar, stellte sich aber im Laufe des Anstiegs als eine wirkliche Herausforderung dar. Zum einen setzte uns vor allem auf den letzten Metern des Anstiegs die Höhe von fast 2500 Metern über dem Meeresspiegel etwas zu und zum anderen war der Anstieg steil – an einigen Stellen unfassbar steil! Wir fanden zwar einen guten und zügigen Rhythmus, doch die letzten Rampen hinauf in Richtung Berggipfel waren stark an der Grenze des fahrbaren. Ich keuchte aufgrund der Höhe wie ein Hund der gerade einen 400 Meter-Lauf hinter sich gebracht hatte und war über meinen Rettungsring der Eagle-Kassette mehr als froh. Das 32er-Kettenblatt vorne hätte auch keinen Zahn mehr aufweisen dürfen.

Wir kamen beide etwas erschöpft oben am Berg an. Ich fuhr auf den letzten Höhenmetern etwas über dem Limit und hoffte, dass ich mich im Downhill etwas erholen könnte. Doch mir wurde schnell klar: das mit dem Erholen wird nichts! Da Gabi der stärkere Pilot in den Abfahrten ist, fuhr er die ganzen 1150 Tiefenmeter vor mir und gab mir so etwas die Linien vor. Das erwies sie zwischenzeitlich als perfekt, da wir uns so relativ gut ergänzten. Er konnte nicht Vollgas fahren aufgrund mangelnder Streckenkenntnis, obwohl wir gestern den Downhill einmal abgefahren sind, und ich konnte mit zügigem Speed sein Hinterrad halten. Riskieren wollten wir allerdings nichts denn die Abfahrt mit viele Spitzkehren und Wurzelpassagen hatte es ziemlich in sich.
Unsere Racefullys mit 120 mm Federweg kamen zeitweise an ihre Grenzen. Wurzelfelder, Absätze und schnelle ruppige Trailabschnitte forderten Mensch und Material ziemlich. Trotzdem machte das Ganze einfach nur unbeschreiblich viel Spaß! Der Trail wollte nicht enden und das hat uns natürlich mehr als gefallen.

Zum Abschluss des Prologs hieß es dann noch einmal circa 300 Höhenmeter wieder hinauf nach Grächen zu pedalieren. Der Anstieg der fast ausschließlich auf Asphalt zurückgelegt wurde, war perfekt für unseren Fitnesszustand in diesem Moment. Vor allem ich war nach dem ersten harten Anstieg und der Abfahrt etwas müde, doch mit einem guten Rhythmus konnten wir zügig die letzten Höhenmeter des Tages hinter uns bringen, bevor es auf einem welligen Flowtrail zurück in den Ortskern von Grächen zurückging.
Im Ziel waren wir dann erst einmal platt. Den Prolog sind wir zumindest bergauf doch ziemlich am Anschlag gefahren. An den kommenden Tagen wird das so gewiss nicht mehr funktionieren. Nichtdestotrotz blickten wir im Ziel erst einmal etwas ungläubig auf den Zwischenstand. Aktuelle Platzierung im Ziel: Platz fünf! Da kamen natürlich noch einige Profiteams hinter uns, trotzdem waren wir schon zu diesem Zeitpunkt super happy mit dem ersten Tag. Am Ende reichte es für uns zu Platz 13.

Geismayr und Käß gewinnen mit 17 Sekunden Vorsprung

Den Kampf um den Tagessieg entschied letztendlich das Team Centurion Vaude für sich. Daniel Geismayr und der deutsche Jochen Käß gewannen mit 17 Sekunden Vorsprung vor den Cross Country-Spezialisten Andri Frischknecht und Matthias Stirnemann vom Scott-SRAM Team. Auf Platz drei folgte das Team Texpa-Simplon. Bei den Damen konnten sich Ariane Lüthi und Alice Pirard auf den ersten 18 Kilometern gegen Esther Süss und Jennie Stenerhag durchsetzen.
Morgen steht für uns dann schon die Königsetappe des diesjährigen Perskindol Swiss Epics auf dem Programm. Auf 92 Kilometern und 3050 Höhenmetern führt die Strecke von Grächen nach Leukerbad. Die Organisatoren versprechen einmal mehr auf drei Abfahrten Trails ohne Ende. Wenn es nur ansatzweise so gut wird wie gestern, wird die Etappe sicherlich ein großer Genuss!

Wir werden natürlich auch heute wieder berichten und euch auf dem Laufenden halten, wie es uns auf der Etappe ergangen ist.

Equipment und Vorbereitung

Besondere Strecken fordern besonderes Material. Der hohe Singletrailanteil lässt eigentlich keine andere Wahl zu als ein Fullsuspension-Bike. Sowohl Tobi, als auch ich, werden mit 120 Millimeter Federweg auf einem Simplon Cirex-Racefully ins Rennen gehen. Im Vergleich zum Cross-Country-Alltag ändern wir nur unwesentliche Dinge am Bike. Insbesondere auf die verstärkten Reifen legen wir aber Wert um mögliche Defekte soweit wie möglich schon im Voraus unterbinden zu können. Wir werden beide auf Schwalbes Rocket Ron/Racing Ralph Reifen in Snake Skin-Variante unterwegs sein.

Zudem werden wir mit den typischen Utensilien wie Maxalami-Set und CO2-Kartuschenpumpen die Risiken eines Defekts eingrenzen bzw. den eventuellen Zeitverlust im Falle einer Panne in minimalem Rahmen halten. Und für eventuelle Notfälle werden wir mit Sicherheit etwas an Panzertape mit uns führen, um auch größere Defekte notdürftig beheben zu können.

Die Vorbereitung auf das Swiss Epic fiel in gewisser Weise etwas schwierig aus, da das Etappenrennen im Wallis zu einem für uns ungünstigen Zeitpunkt stattfindet. Nachdem im für alle Fahrer aus dem Cross-Country-Lager in letzter Zeit sehr wenig Rennen auf dem Plan standen, wird es für uns beide ein regelrechter Sprung ins kalte Wasser. Mit eher kurzen, aber intensiven Einheiten versuchten wir beide in den vergangenen Tagen den finalen Feinschliff zu holen um einerseits gut vorbereitet und andererseits genügend erholt die anstehende Aufgabe anzugehen. Wir sind gespannt wie wir beide uns im internationalsten Feld, das es jemals beim Perskindol Swiss Epic gegeben hat, schlagen werden.

Das Team von mtb-news.de hält euch die kommenden Tage über das Swiss Epic mit Rennberichten auf dem Laufenden. Stay tuned!

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