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Test: 6 MTB-Hardtails unter 2000 Euro (2017)

MTB-Test: 6 Hardtails unter 2000 Euro

Leichte, vortriebsgierige Hardtails mit top Ausstattung müssen kein Vermögen kosten. Die sechs 29"-Hardtails in diesem Test sind wahre Sportskanonen – und schon ab 1399 Euro zu bekommen. Vergleichbare Produkte im Test

Von uns getestet: 6 Hardtails unter 2000 Euro

  • Hardtails haben viele Vorteile! Im Vergleich zum Fully sind sie leichter, steifer, direkter im Handling und weit weniger pflegebedürftig.
  • Im Schnitt kosten die Testbikes knapp 1700 Euro. Die Ausstattungen sind für diesen Preis allesamt hochwertig, was ...
  • ... an den jeweiligen, speziellen Vertriebskonzepten liegt. Die Direktvermarktung via Online-Handel oder Handelskette ermöglicht die sehr attraktiven Preise.
  • 11,4 Kilo wiegen die Bikes im Schnitt, sind damit ideal für Genusstourer, aber auch für sportlich orientierte Biker.

Das Testfeld im Überblick

Hersteller und Modell / Link zum Testbericht Preis Testurteil
Canyon Grand Canyon AL SLX 9.9 (2017) 1699 Euro Sehr gut
Radon ZR Race 8.0 (2017) 1599 Euro Sehr gut
Rose Count Solo 3 (2017) 1849 Euro Sehr gut
Transalp Ambition Team X12 2.0 (2017) 1999 Euro Sehr gut
Bulls Copperhead 29 RS (2017) 1799 Euro Gut
Carver Strict 900 29 (2017) 1399 Euro Gut

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Shimano-XT-Antrieb, DT-Swiss-Laufräder, starke Magura- oder Shimano-Bremse, Schwalbe-Reifen, dazu ein solider Alu-Rahmen mit wertiger Fox- oder Rock-Shox-Federung. So sieht gemäß unseren Umfragen das Wunsch-Mountainbike der überwältigenden Mehrheit unserer Leser aus. Jedoch werden für ein so aufgebautes, sportliches Tourenfully mindestens 3000 Euro fällig.

Kein Wunder, dass auch aus finanziellen Gründen das MTB-Hardtail weiter hoch im Kurs steht. Denn das eingangs skizzierte Traumbike gibt es mit starrem Heck schon um 1500 Euro – und das bei einem Gesamtgewicht von circa 11,5 Kilo.

Damit werden Touren auf Schotterwegen und leichten MTB-Trails zum Freudenfest, auch am Start eines Marathonrennens musst du dich mit so einem Flitzer nicht schämen. Du solltest dazu aber eventuell auf den Support des versierten Mountainbike-Fachhändlers verzichten können und dich alternativen Verkaufswegen zuwenden. Wie bei den sechs 29"-Hardtails in diesem Test, die 1399 bis 1999 Euro kosten.

Hardtail-Test: Attraktive Preise dank Direktvertrieb

Das Canyon Grand Canyon AL SLX 9.9 stellt das klassische „Versender-Bike“ dar: Auswahl, Bestellung und Bezahlung – alles erfolgt online, ggf. mit telefonischer Hilfe. Eine Probefahrt ist nur bei Canyon selbst, in Koblenz, möglich. Zu einem festgelegten Liefertermin kommt das Hardtail dann im Karton zu Hause an. Aufbau? Setup? Selbst ist der Mann/ die Frau!

Auch Rose, Europas größter Fahrrad-Online-Händler, verschickt via Postweg. Zudem gibt es Flagshipstores in Bocholt und München, wo Testräder begutachtet werden können. Radon verkauft seine Bikes ebenfalls online, aber auch im Store in Bonn. Als Besonderheit kooperieren die Rheinländer mit 260 Rad-Shops. Auf Wunsch geht das gekaufte MTB an deren Adresse, der „Service Partner“ kümmert sich dann etwa um die Montage.

Der vierte Bike-Versender im Bunde ist Transalp, ein kleiner Hersteller mit zusätzlichem Testcenter/Ladenlokal in Barmstedt. Bulls und Carver hingegen setzen vor allem auf den stationären Handel. So sind Bulls-Bikes exklusiv beim riesigen Netz der fast 1000 ZEG-Fachhändler erhältlich. Carver ist die Hausmarke der Fahrrad-XXL-Kette mit 15 Stores plus Online-Shop.

Hardtails im Test: Hohe Qualität zum tollen Preis

Egal ob Online- oder Eigenmarke, sie alle können, etwa durch wegfallende Händler-Margen, scharf kalkulieren. Die sechs Testbikes sind der rollende Beweis. Besagter XT-Antrieb? Der findet sich an allen, je mit 2 x 11 Gängen. Sogar „versteckte“ Parts wie Kette und Kassette stammen aus der XT- oder aus der fast ebenso guten SLX-Gruppe – klasse!

Bei den Bremsen ist das Bild bunter, hier tummeln sich teils solide, teils erstklassige Shimano- und Magura-Stopper unterschiedlicher Güteklasse. Auch die MTB-Laufräder sind zumeist hochwertig oder gar exzellent (Transalp Ambition Team X12 2.0!), alle rotieren um Shimano- oder DT-Swiss-Naben. Nur die Laufräder im preisgünstigen Carver Strict 900 29 wiegen ziemlich viel. Die Reifen? Ebenfalls jeweils in bester Qualitätsausführung von Schwalbe (TLE und LS) oder Conti (RS).

Und da auch die Alu-Rahmen bocksteif und zumeist nicht zu schwer sind, lässt es sich mit den sechs getesteten MTB-Hardtails knackig antreten! Alle hängen sie willig am Gas, machen richtig Bock auf Biken. „On Trail“ können sie natürlich nicht mit dem Komfort, der Fahrdynamik und Bergabpotenz eines Fullys konkurrieren – dank solider Federgabel und der erwähnten, starken Parts muss man aber anspruchsvolles Gelände nicht meiden.

Also: Der Deal geht auf, Direktvertrieb-Hardtails bieten höchst seriösen Sport und viel Fahrspaß – zum tollen Preis!

Steifigkeiten und Gewichte der getesteten Hardtails

Lenkkopfsteifigkeit: Die sechs – nicht superleichten – Alu-Rahmen weisen alle sehr hohe Lenkkopfsteifigkeiten auf, weit über dem von uns als kritisch angesehenen Wert von 60 Nm/°. Diese Bikes lassen sich also sehr präzise und direkt lenken, teils wirken sie für leichtere Fahrer aber schon fast unangenehm hart, wenig fehlerverzeihend.

Foto: MOUNTAINBIKE

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Gewichte: Die folgende Tabelle zeigt, wo sich die Pfunde an den Testbikes verstecken. Zwei Bikes ragen beim Gesamtgewicht hervor: Das Radon ZR Race 8.0 und das Transalp Ambition Team X12 2.0 – während das Bulls Copperhead 29 RS und das Carver Strict 900 29 etwas zu viel wiegen. Beim Laufradgewicht zeigt sich schön, welche Bikes sich auch am leichtfüßigsten fahren: Radon ZR Race 8.0, Rose Count Solo 3 und Transalp Ambition Team X12 2.0.

1 Inklusive ggf. Steckachse, Schaltauge, Zugführung, Flaschenhalterschrauben, fixer Rahmenschutz etc. 2 Inklusive Steckachse und Remote – sofern je vorhanden 3 Kompletter Laufradsatz, dazu ggf. Schnellspanner Mantel, Schlauch (oder Milch+Ventile), ggf. Dichtband, Kassette und Bremsscheiben mit Verschraubung Foto: MOUNTAINBIKE

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Punktevergabe und Bewertung der Testbikes

Jedem MOUNTAINBIKE-Radtest liegt eine komplexe Punktematrix zugrunde. Um maximale Transparenz und Informationen zu bieten, gibt es die Ergebnistabelle bereits seit der letzten Saison zum Nachlesen.

Wie jedes Jahr haben wir die Kategorien 2017 auf die Entwicklungen der Saison angepasst. Außerdem bewerten wir die Bikes etwas strenger. Es wird für die Hersteller jetzt schwerer, eine „überragende“ Bewertung zu bekommen. Im Umkehrschluss bedeutet „gut“ dann, dass das Bike auch wirklich eben gut und kein Reinfall ist.

Die Unterschiede zwischen einem „sehr guten“ Bike mit 220 Punkten und einem „sehr guten“ Rad mit 200 Punkten sind ebenfalls deutlicher bemerkbar. Modelle im unteren „sehr guten“ Bereich sind oft nicht so ausgewogen, dafür ist eine Charaktereigenschaft wie Downhill oder Vortriebseffizienz bisweilen stark ausgeprägt. Die Höchstpunktzahl bleibt 250 – aufgeteilt auf zwölf Bereiche.

Ganz wichtig: Die Gewichtung, wenn etwa für Downhill 20 oder aber 30 Punkte verteilt werden, passen wir auf das Testfeld an. Nur so lassen sich Räder innerhalb der unterschiedlichen Kategorien bewerten und vergleichen. Bei den Tourenfullys und All-Mountains haben wir etwa Aspekte wie Handling und Downhill höher gewichtet als bei den Hardtails. Auch die Bewertung der Ausstattung haben wir angepasst: So ist etwa eine Rock-Shox-Recon-Gabel an einem 2300-All-Mountain grenzwertig, an einem 1000-Euro-Hardtail aber durchaus sehr gut.

In allen Kategorien resultieren rund die Hälfte der Punkte aus Laborergebnissen und der Analyse der Techniker. Die anderen Punkte berechnen sich aus den nicht abgebildeten Noten der Testfahrer aus dem Praxistest. Das punktbeste Bike erhält den Testsieg. Zudem vergeben wir einen Tipp für das oder die Bike(s) mit herausragendem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Punktevergabe und Bewertung der Testbikes (für Großansicht auf die Grafik klicken)Foto: MOUNTAINBIKE

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Die Hardtails im Test:


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