Magura: Bremsbelagproduktion wegen Klimawandel gefährdet (Aprilscherz)

Foto: Magura

Der Bremsgigant Magura reagiert auf den Klimawandel und stellt wegen Gras-Lieferengpässen die beliebten organischen Bremsbeläge ein. Wir haben erste Infos.

Kurz & Knapp:

  • wegen Klimaerwärmung und Missernte muss Magura Bremsbelagproduktion umstellen
  • organische Beläge (aus Gras hergestellt) werden durch gesinterte Beläge (bestehen aus Metall) ersetzt
  • Laut Magura sei nur saftiges Albgras für die Produktion von Bremsbelägen geeignet
  • Bremspower soll gleich bleiben
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Mountainbiken - ein Sport der mit der Natur verbunden ist, wie nur ganz wenige. Biker haben eine spezielle Beziehung zum Planeten Erde. Doch unser Planet ist krank. Der Klimawandel ist nicht mehr aufzuhalten.

Nun müssen wir Mountainbiker erste Abstriche bei unserem geliebten Hobby machen, wie es aussieht.

Magura, der Bremsengigant aus Bad Urach, muss seine beliebten organischen Bremsbeläge aus dem Programm nehmen und auf gesinterte Beläge umstellen. Denn: organische Bremsbeläge sind aus Gras hergerstellt. Druch den Klimawandel wächst der Rohstoff auf der Schwäbischen Alb, der Heimat von Magura, nur noch spärlich nach. Landwirt Tröster, welcher Magura mit saftigen Albgras beliefert, sieht sogar die Versorgung seiner Rindviecher gefährdet.

Nun sieht sich der Bad Uracher Hersteller gezwungen, sein komplettes Bremsbelagportfolio auf gesinterte Beläge umzustellen.

Die Bremsperformance soll auf höchsten Niveau liegen, Geräusch- und Fadingeigenschaften

Video: Das sagt der Hauptlieferant zur Dürre

Das sagt Magura zur Umstellung

Foto: Magura
Der neue Max-Bremsbelag im Detail: Um Fading in Zeiten der Klimaerwärmung trotz warmer Außentemperaturen zu verhindern, sorgt eine interne Belüftung des Belags entlang der Zacken für eine noch bessere Hitzebeständigkeit der Bremse.

"Ganz zu Beginn des Fahrradgeschäfts haben wir mit unterschiedlichen Grassorten rumexperimentiert. Dabei haben wir festgestellt, dass das Albgras die perfekte Zusammensetzung für die Produktion von Bremsbelägen hat. Der Feuchtigkeitsanteil liegt in der Regel bei circa 15%, zudem verbinden sich die besonders langfaserigen Grasfollikel sehr gut miteinander. Da haben wir gesagt: nie wieder anderes Gras“ sagt Jochen Coconcelli, Leiter Entwicklung

Aufgrund des heißen Sommers im letzten Jahr, kam es jedoch großflächig zu Missernten. Unter anderem war auch MAGURAs Hauptlieferant Tröster von der Dürre betroffen. Als Reaktion auf die verschlechterte Rohstoffverfügbarkeit, weicht MAGURA nun auf gesinterte Bremsbeläge aus, die
hauptsächlich aus Metall bestehen. „Die Dürre stellt uns vor produktionstechnische Herausforderungen, die wir angehen müssen. Ein erster Schritt ist die Unabhängigkeit vom Albgras, da Dürren wie 2018 laut Experten eine Folge des Klimawandels sind und künftig vermehrt auftreten werden“, sagt Coconcelli.

„Mit Sinterbelägen sind wir vorerst auf der sicheren Seite. Sollte die globale Erderwärmung in den nächsten Jahren aber soweit ansteigen, dass Metall an der Luft zu schmelzen beginnt, könnte dies das Ende des Bremsengeschäfts bedeuten.

Gesintert oder Organisch: Die besten Beläge im Test

Wir haben aktuelle Bremsbeläge getestet. Welche Modelle wirklich taugen und wie groß die Bremsunterschiede zwischen gesinterten und organischen Beläge sind, erfährst du in der Fotostrecke.