Test: 20 Softshell-Jacken für Frauen und Männer

Test: 20 Softshell-Jacken für Biker

MountainBIKE Softshelljacken-Test
Foto: Benjamin Hahn Fotografie

Auf Bike-Touren von Spätherbst bis Frühling sorgen Softshell-Jacken für mollige Wärme ohne Schwitzklima. Zudem bieten sie Schutz vor eisigem Fahrtwind und leichtem Regen. Wir haben zwanzig Modelle in der Kältekammer und auf dem Trail getestet. Vergleichbare Produkte im Test

Hinweis: Einen tagesaktuellen Preisvergleich gibt's unten auf dieser Seite (sofern Angebote bei unseren Partnershops vorhanden sind.)

Es war einmal ein Trail, der schlängelte sich durch rot-gelbe Blättermeere ... Oder entlang verschneiter Bäume in weißen Welten ... Oder durch neblig-grauen Nieselregen ... Biken im Winter kurbelt die Fantasie an und zeigt dir deine Lieblings-Trails in neuem Gewand. Doch egal, wolang der Weg auch führt, ans Ziel gelangst du am besten (geschützt) mit einer modernen Softshell-Jacke. Zwar bewahrt auch die Kombination nach dem Zwiebelprinzip aus Regenjacke, Fleece und Unterhemd vor Kälte, Fahrtwind und Nieselregen – so wie es auch eine Softshell macht. Doch der Schweißtransport zwischen den Lagen, die Belüftungsoptionen und die Bewegungsfreiheit fallen bei so vielen Stofflagen deutlich schlechter aus als bei wintertauglichen Jacken aus Softshell-Material.

Damit du weder erkältet noch durchgeschwitzt von deinen Wintertouren zurückkehrst, haben wir zwölf Jacken für Männer und acht Jacken für Frauen ausgiebig getestet. Unsere Testanforderung an die Hersteller: Die Jacke sollte für Bike-Touren um null Grad geeignet sein. Die Preisspanne der getesteten Softshell-Jacken für Männer reicht von den 100-Euro-Modellen von Gonso und Rose bis zur 260 Euro teuren Castelli. Für den Kaufpreis der sündteuren Luxus-Frauenjacke von Assos (360 Euro) erhalten Ladys gleich vier Exemplare der günstigen Rose (90 Euro). Übrigens: Der Test belegt, dass auch die günstigen Rose-Modelle richtig guten Kälteschutz für Biker und Bikerinnen mit kleinem Budget liefern.

Drei Konstruktionsweisen von Softshell-Jacken stehen sich im Test gegenüber. Modelle, die rundum aus dick gefüttertem, winddichtem Softshell- Material gearbeitet sind und nur kleine Belüftungseinsätze besitzen, bieten stärksten Wind- und Kälteschutz, halten bei Nieselregen lange Zeit trocken. Sie sind in Kombination mit einem Winterunterhemd zum Biken bei Minusgraden problemlos geeignet. Beispiele: die Herrenjacken von Assos und Castelli und die Frauen-Mavic.

Ebenfalls überwiegend winddicht, aber aus dünn gefüttertem Softshell-Material mit geringerer Isolationswirkung sind die Männerjacken von Gore, Sugoi und Vaude sowie die Frauenmodelle von Endura und Löffler gefertigt. Erst in Kombination mit einem dicken Winterunterhemd erzielen sie frosttauglichen Kälteschutz.

Alle übrigen Modelle besitzen mittlere bis große Belüftungsöffnungen aus Stretch-Material, die Fahrtwind eindringen lassen. Sie sind für milde Wintertage geeignet, tragen sich o schwitzfrei, bieten jedoch kaum Nässeschutz.

So testen wir Softshell-Jacken

Klimakammer: Um den Kälte-/Windschutz sowie das Klima-Management der Softshell-Jacken zu testen, haben wir jedes Produkt bei –5° Celsius in der eigens für Zubehörtests entwickelten Klimakammer des Outdoor-Bekleidungsherstellers Vaude getestet. Durch stetes Pedalieren auf dem Rollentrainer vor einem laufenden Ventilator wird eine realitätsnahe Belastung mit körperlicher Anstrengung und moderatem „Fahrtwind“ erzeugt, um das Klima-Management und den Kälteschutz der Jacke zu prüfen. Wie schnell schwitzen die Tester, kühlt der Körper rasch aus, wo sitzen etwaige Schlupflöcher für Fahrtwind? Der sogenannte Windchill-Effekt bewirkt zudem, dass sich die Kammertemperatur von –5° Celsius schon bei moderater Fahrtgeschwindigkeit von 20 km/h in gefühlt –15° Celsius verwandelt. Selbst Verarbeitungsdetails wie nicht hinterlegte Front-Reißverschlüsse können so leicht aufgespürt werden.

Foto: Benjamin Hahn Fotografie

Labor: Softshell-Material besitzt im ungewaschenen Zustand eine wasserabweisende Imprägnierung, die Regenwasser abperlen lässt. Per Sprühnebel haben wir das Abperlverhalten nach fünf Wäschen überprüft. Die meisten Jacken sollten nach diesem Nutzungsintervall nachimprägniert werden. Das Material der Belüftungseinsätze aus Stretch-Material wird vom feinen Sprühnebel auch ohne Wäsche durchfeuchtet. Da Rucksackriemen und Kletts das Softshell-Material stark beanspruchen, haben wir diesen Effekt mittels grober Klettstreifen simuliert. Die besten Materialien rauen nur minimal auf, anfällige Stoffe zeigen Fadenzug.

Foto: Benjamin Hahn Fotografie

Praxis: In den Morgenstunden und am späten Abend sind wir alle Jacken bei Temperaturen um 10° Celsius auf langen Trail-Runden rund um Stuttgart gefahren. Bewegungsfreiheit und Handhabung sowie die Wirksamkeit der Belüftungsöffnungen und -reißverschlüsse standen hierbei im Fokus.

Die Vorteile von Softshell-Bekleidung

Kleidung aus dehnfähigem Softshell-Material bietet Kälte- und Windschutz sowie eine wasserabweisende Imprägnierung. Im Gegensatz zur derzeit angesagten Primaloft-Isolation leiten Softshells Schweiß und Feuchtigkeit effektiver nach außen. Denn die Primaloft-Faser ist beinah wasserdicht, oft mit einem Innenfutter verkleidet und entwickelt bei hoher Isolation schnell ein schwitzig-feuchtes Klima. Zur Herstellung von Softshell-Textilien werden oft zwei oder drei Materiallagen kombiniert.

Obermaterial: Eine dicht gewebte, abriebfeste Außenschicht schützt die Membran vor Beschädigungen. Meist ist das Obermaterial imprägniert und lässt Wasser rasch abperlen.

Zwischenschicht: Eine Membranlage, etwa Gore Windstopper, hält Wind und Regen vom Körper ab. Sie besitzt 1,4 Milliarden Poren pro Quadratzentimeter, die entstehenden Wasserdampf von innen entweichen lassen.

Innenfutter: Die körpernahe Gewebelage besteht meist aus einem luftdurchlässigen, wärmenden Fleece-Material. Dessen flauschige Struktur saugt Schweiß auf und transportiert ihn von der Haut weg. Bei dünneren Softshells ist der Innenstoff aufgeraut.

So errechnen wir die Testergebnisse

Anhand einer Auswertungstabelle wird die Punktezahl für jede Jacke errechnet und somit die Endnote bestimmt. Die Punkte erlauben eine feine Unterscheidung in der Beurteilung etwa zwischen zwei Produkten, die beide im „Sehr gut“ liegen, aber dennoch nicht auf demselben qualitativen Niveau abschneiden.

Foto: MountainBIKE

Tagesaktueller Preisvergleich für diese Softshell-Jacken (sofern Angebote bei unseren Partnershops vorhanden sind.)


Die getesteten Softshell-Jacken für Mountainbiker mit allen Details und Testergebnissen: