Test: 8 Softshell-Jacken und -Hosen für Mountainbiker (2017)

Test: 8 Softshell-Jacken und -Hosen

Softshell-Jacken -Hosen Test
Foto: Benjamin Hahn

Warm, winddicht und „atmend“: Softshell-Kleidung schützt vor Kälte, Fahrtwind und Überhitzen am Berg. Wir haben acht Jacken und Hosen für die kalte Jahreszeit getestet. Vergleichbare Produkte im Test

Die kurzen Wintertage drücken aufs Gemüt, zudem zeigt das Wetterorakel unheilvoll Richtung Gefrierpunkt. Doch die Beine sind noch fit von langen Sommertouren, und auch das Bike scheint in der Ecke mit den Stollen zu scharren. Um dem winterlichen Lagerkoller zu entkommen, hilft nur, sich aufs Bike zu schwingen und auch bei Schmuddelwetter den Elementen zu trotzen.

Bekleidung aus Softshell-Material ist dazu die Wunderwaffe schlechthin, weil sie zugleich gegen Kälte, eisigen Fahrtwind und leichten Regen schützt. Und sie trägt sich höchst komfortabel. Denn anders als die unflexiblen Materialien von Regenjacken, sogenannten Hardshells, passt sich der Oberstoff von Softshells dem Körper an, da das Material sehr dehnfähig ist. Ideal für actionreiche Trailrides! Zudem raschelt der Stoff nicht wie eine Regenjacke und schmiegt sich durch die weich aufgeraute Innenseite an die Haut.

Für schwitzfreies Klima sorgt der Aufbau des Softshell-Materials, das aus mehreren Lagen besteht, etwa einer Lage mit dampfdurchlässiger Membran und einer mit saugfähigem Innenstoff (siehe Grafik unten). Das altgediente Zwiebelprinzip aus Wintertrikot, Fleecejacke und Regenjacke wurde quasi in den Lagen des Softshell-Gewebes vereint – ein langes Funktionsunterhemd unter der Softshell-Jacke reicht aus, um selbst bei Temperaturen um null Grad warm zu bleiben. An den weniger kälteempfindlichen Beinen wird nur bei strengen Minusgraden etwa eine lange Ski-Unterhose fällig.

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Die Softshell-Jacken und Hosen im Test

Im Praxistest von acht Softshell-Kombis, den unser vierköpfiges Testteam aus Männern und Frauen bei Temperaturen um 4 Grad Celsius durchführte, wurden die Unterschiede der Testprodukte schnell spürbar.

Die Favoriten der Tester: die überwiegend aus winddichtem Softshell-Material gefertigten Jacken Craft Siberian Jacket, Gore Bike Wear Power Trail Windstopper Softshell Thermo, Löffler Bike Jacke WS Softshell warm, Pearl Izumi Select Escape Softshell Jacket und Sportful Gruppetto Pro W Jacket sowie die Hosen Craft X-Over Bike Pants (Unisex) und die Löffler Bike Trägerhose Endurance WS Softshell warm.

Letztere boten im Test besseren Kälte-/Windschutz als solche mit großen Belüftungseinsätzen. Wer zudem Schutz vor leichten Schauern und Nieselregen wünscht, kann sich ebenfalls auf die genannten Modelle beschränken, denn das winddichte Softshell-Material hält auch Nässe einige Zeit vom Körper fern. Wer hingegen nur an trockenen Tagen biken möchte und Wert auf absolut schwitzfreies Klima legt, sollte die übrigen Modelle checken.

Bei Produkten, die als Herren- und Damenvariante erhältlich sind, beziehen sich Bewertung und die Beschreibung der Passform auf das Herrenmodell, bei der Vaude Men‘s/Women‘s Primasoft Jacket und der Vaude Men‘s/Women‘s Wintry Pants III lagen uns nur die Lady-Versionen vor. Die je anderen Modelle weisen in Sachen Ausstattung teils kleine Unterschiede auf.

Die Vorteile von Softshell-Bekleidung

Kleidung aus Softshell-Material bietet Kälte- und Windschutz sowie eine wasserabweisende Imprägnierung. Im Gegensatz zu Jacken aus klassischem Hardshell-Material (Regenjacken) gewähren Softshell-Jacken mehr Bewegungsfreiheit, da das Gewebe elastisch ist. Zudem kann die durch körperliche Leistung entstehende Feuchtigkeit effektiver nach außen entweichen. Zur Herstellung von Softshell-Textilien werden meistens zwei oder drei Materiallagen miteinander kombiniert:

Obermaterial: Eine dicht gewebte, abriebfeste Außenschicht schützt die Membran vor Beschädigungen. Meist ist das Obermaterial mit einer Imprägnierung ausgestattet, die Wasser abperlen lässt.

Zwischenschicht: Eine Membranlage, etwa Gore Windstopper, hält Wind und Regen vom Körper ab. Sie besitzt 1,4 Milliarden Poren pro Quadratzentimeter, die Wasserdampf von innen entweichen lassen.

Innenfutter: Die körpernahe Gewebelage besteht meist aus einem luftdurchlässigen, wärmenden Fleece-Material. Dessen flauschige Struktur saugt Schweiß auf, verteilt ihn und transportiert ihn von der Haut weg. Bei dünneren Softshells ist der Innenstoff aufgeraut.

Foto: Gore

So errechnen wir die Testergebnisse

Anhand der Punktewertung kannst du erkennen, ob eine Jacke oder Hose etwa voll im „sehr gut“ liegt oder diese Note nur knapp erreicht. Errechnet werden die Punkte aus vier Wertungskriterien unter Berücksichtigung der jeweiligen prozentualen Gewichtung im Hinblick auf die Gesamtnote (Kälte-/Windschutz 40 %, Klimamanagement 25 %, Verarbeitung/Haltbarkeit 20 %, Ausstattung 15 %). Die Details dazu stehen in den jeweiligen Testbriefen.

Foto: MOUNTAINBIKE

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