Wie schlagen sich Bike-Klamotten im Trail-Einsatz?

Dauertest 2017: Bekleidung

Foto: Rupert Fowler/Bike Connection Winter

Hosen, Protektoren und Jerseys haben beim MTB-Sport ein hartes Leben. Deswegen wollen wir wissen: Wie schlagen sich die Produkte im Langzeittest?

Um das herauszufinden fahren, unsere Redakteure und Testfahrer die spannensten Klamotten über einen längeren Zeitraum im Alltagsgebrauch. Wie sich die Kleidung schlägt, verraten sie im Dauertestbericht.

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Roeckl Moro

Der Handschuh mit eingenähter Membran ist etwas steif, dafür bleiben die Finger trocken.

Foto: Benjamin Hahn

Klingt zwar unglaublich, aber die Jahreszeit mit der größten Niederschlagsmenge ist in Deutschland der Sommer. Insofern ist die Idee von Roeckl nicht schlecht, einen wasserdichten Handschuh für den Sommer und die Übergangszeit zu entwickeln. In den Moro ist eine Membran eingenäht, die jedem Platzregen standhaft trotzt.

Allerdings ist der Handschuh wegen der Membran auch ein wenig steifer und dicker als gewohnt. Zudem wird es an feucht-warmen Tagen im Inneren ein bisschen schwitzig. Deshalb ging ich dazu über, den Moro an nasskalten Tagen im Herbst und Winter zu tragen. Dann hält die Membran die Hand trotz Nieselregen trocken und schirmt die Finger vom unangenehmen Fahrtwind ab. Top: dem Preis angemessene sehr gute Verarbeitung.
Preis: 80 Euro
Gewicht: 115 Gramm

Positiv:

  • Eingenähte Membran hält die Hand stets trocken und windgeschützt
  • Sauber verarbeitet

Negativ:

  • Durch verschiedene Stofflagen/ Membran etwas steif
  • Atmungsaktivität nicht optimal

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Northwave Extreme XC

Im täglichen Einsatz wie auf hochalpinem Trip: Der Italo-Racer machte alles mit.

Foto: André Schmidt

Ja, den sündteuren Italo-Schuh habe ich hart hergenommen. Gut ein Jahr lang zierte der superleichte Klicker fast täglich meinen Fuß – mir perfekt passend dank schmal-langer Form. Auch bei meiner doppelten Befahrung des Stoneman-Trails in Südtirol wählte ich den steifen, dennoch halbwegs komfortablen Northwave. Mit sichtbaren Folgen: Die zig Schiebepassagen der 8000-Höhenmeter-Tortur sorgten für reichlich Schrammen in der Carbon-Sohle, zudem riss eine Stolle mitsamt Zehengummi aus. Klar unschön, aber aufgrund der Strapazen verzeihlich – und mit etwas Silikonkleber reparierbar. Top: Der dezidierte Race-Schuh verblüffte im Alpinen mit viel Geh-Grip dank der Michelin-Sohle.
Preis: ca. 220 Euro
Gewicht: 653 Gramm (Paargewicht in Größe 42)

Positiv:

  • Sehr steif, sehr leicht, sehr effizient
  • Für einen Race-Schuh erstaunlich viel Geh-Grip und Komfort
  • Ausgezeichnete Drehverschlüsse
  • Trotz Stollenausriss: top verarbeitet

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Shimano SH-MW7

Die meisten Winter-Klickschuhe sind feiste Treter für Pendler. Der Shimano begeistert aber auch Trail-Fans!

Foto: Benjamin Hahn

Vier Monate Dauereinsatz bei zum Teil zweistelligen Minusgraden oder Regen und Matsch hat der SH-MW7 mit Bravour überstanden. Gleich beim ersten Anziehen machte sich der vereinfachte Einstieg bemerkbar. Mussten beim Vorgänger teils sämtliche Klettschlaufen geöffnet werden, sitzt der Neue dank Klett-Schnürzug-Kombi in wenigen Sekunden. Auch die Fixierung lässt sich straffer einstellen.

Dennoch war mir der MW7 nie zu starr. Er wirkte auch bei Trail-Rides nie wie ein Klotz am Bein und ist mit unter einem Kilo ja auch kein Schwergewicht. Die griffig profilierte Sohle bot auch bei Schiebepassagen durch tiefen Matsch starken Halt und rollte geschmeidig ab. In Pfützen bis zu zehn Zentimeter Tiefe hielt der top verarbeitete Schuh dicht, Kälte hatte bei Temperaturen um null Grad ohnehin keine Chance.
Preis: 260 Euro
Gewicht: 910 Gramm (Paar in 42 EU)

Positiv:

  • Starke Isolation – für Temperaturen um null Grad perfekt
  • Schneller Einstieg, top Fixierung
  • Trail-taugliche Konstruktion
  • Ausgezeichnet verarbeitet

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Dainese Altitune Loft Lite Jacket

Primaloft ist bei isolierenden Bike-Winterjacken derzeit schwer angesagt. Wärmt das ultraleichte Synthetik-Federkleid von Dainese wirklich so wie versprochen?

Foto: Benjamin Hahn

Leicht zu reinigen, anders als Daune auch im nassen Zustand sehr gut isolierend und – logo – tierfreundlich. Vieles spricht für die Kunstfaser Primaloft, die in der Dainese-Jacke in der teuren „Gold-Variante“ Verwendung findet. Diese soll noch kleiner verpackbar, leichter und atmungsaktiver als andere Primalofts sein. Im Praxistest überzeugte mich die teure Altitune nicht nur mit perfekter sportlich-bequemer Passform, beim Biken bei -12° Celsius war das Erstaunen groß!

Die federleichte Jacke hielt mich in Kombination mit einem Wintershirt tatsächlich sehr warm – top! Der hoch reichende Kragen steht aber ab und muss per Buff abgedichtet werden. Die Tatsache, dass die Jacke von innen später schweißnass war, fiel über die gesamte Fahrdauer nicht auf. Auch beim Aufwärmen oder Schrauben vor der Tour spendete sie kuschelige Wärme.
Preis: 219 Euro
Gewicht: 231 Gramm in Größe L

Positiv:

  • Auch im nassen Zustand isolierend
  • Sportlich-bequeme Passform, fällt aber eher klein aus
  • Geringes Packmaß und Gewicht

Negativ:

  • Wird bei hoher Belastung schwitzig

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Five Ten Freerider EPS

Five Ten hat einen Flatpedal-Schuh im Angebot, der dank Primaloft-Fütterung für Wintereinsätze geeignet sein soll.

Foto: Benjamin Hahn

Flatpedals haben gerade im Winter viele Vorteile: Man kann bei widrigen Verhältnissen schneller mal den Fuß auf den Boden setzen, zudem entfällt die fiese Kältebrücke zwischen Cleat und Pedal. Vor allem beim täglichen Pendeln und auf Touren bis drei Stunden habe ich den Freerider EPS mit Primalo -Fütterung diesen Winter getestet. Die wärmeisolierende Sohle in Kombination mit der isolierenden Kunstfaser in Zunge, Seitenwand und Zehenbox machte auch bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt Überschuhe überflüssig.

Das liegt auch am wasserabweisenden Obermaterial: Der vordere Schuh ist aus einem Lederstück gefertigt, das leichten Regen und Spritzwasser abhält; einzig an der Naht unterhalb der Schnürung konnte Wasser eindringen. Die Stealth-S1- Gummisohle ist bewährt, bietet bei kalten Temperaturen aber naturgemäß weniger Grip, da das Gummi leicht verhärtet. Die Passform fällt eher schmal aus. Es gibt den Schuh auch in einer knöchelhohen Version für 145 Euro.
Preis: 135 Euro
Gewicht: 903 Gramm (in Größe EUR 41)

Positiv:

  • Gute Passform, sitzt auch an einem schmalen Fuß komfortabel
  • Wasserabweisendes Obermaterial
  • Hält die Füße schön warm

Negativ:

  • An einer Naht tritt Wasser ein

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Rocday Evo Jersey & Shorts

Die Klamotten der noch jungen Marke Rocday überzeugen jedenfalls mit cleveren Details und Qualität bei fairem Preis.

Foto: Benjamin Hahn

Style on Trail? Ein nicht gerade unwichtiger Aspekt für viele Mountainbiker. Mit frischen Farben und moderaten Preisen ist der polnische Hersteller Rocday seit letztem Jahr am Markt. Im Dauertest überzeugte mich die hochwertig verarbeitete Bekleidung, auch weil sie nach vielen Fahrten und Waschgängen wie neu aussieht.

Das Hitzemanagement sorgt ebenfalls für Applaus: Weder in der Hose noch im Jersey herrscht bergauf zu humides Klima. Enduristen erfreuen sich am großzügigen Schnitt, wodurch die Klamotten zwar etwas flattern, aber auch genug Platz für Protektoren bieten. Weitere Punkte sammelt Rocday durch Details: In den großen wasserdichten Hosentaschen ist Platz für Smart­ phone und Liftkarte, ins Trikot ist ein Brillenputztuch eingenäht.
Preis: 37 Euro (Shirt)/100 Euro (Hose)

Positiv:

  • Hochwertig und preiswert
  • Protektorenfreundlicher Schnitt
  • Viele gelungene Details

Negativ:

  • Trikotärmel einen Tick zu lang

Best Piece Guard Stelvio Light

Viele Windstopper-Shirts schützen nur den Rumpf. Das Männerunterhemd Stelvio geht unter die Gürtellinie.

Foto: Benjamin Hahn

Klassische Bibshorts und manche Winter-Softshell-Hose besitzen im Schritt nur luftig-dehnfähiges Material. Und auch das Sitzpolster reicht an der Front kaum hoch genug, um Weichteile und Nieren vor Zugluft zu schützen. Damit sowohl das beste Stück des Mannes wie der Unterleib warm bleibt, besitzen die Unterhemden von Best Piece Guard das sogenannte „Genibag“ – einen taschenförmigen Windlatz, der über die Genitalien gespannt wird.

Im ersten Test nervte mich das Shirt mit häufigem Hochrutschen, ein Problem, das bei Bikern mit langem Oberkörper auftreten kann. Prompt reagierte der Hersteller und produzierte eine „Long-Version“. Mit der gefällt der Best Piece Guard mit hohem Windschutz und überwiegend rutschfreiem Sitz. Bei sehr aktiver Fahrweise mit langen Wiegetrittpassagen und Trail-Abfahrten ist nun nur etwa einmal pro Stunde eine Neujustierung nötig. Zudem ist das Shirt sehr sauber verarbeitet.
Preis: 80 Euro
Größen: S-XXL

Positiv:

  • Innovatives Konzept
  • Exzellenter Schutz vor Fahrtwind
  • Viele Ausführungen (Langarm/Kurz- arm/Sommer/Winter) erhältlich
  • Sauber verarbeitet

Shimano S-Phyre SH-XC9

High-End-Treter zum High-End-Preis: Der auffällige S-Phyre-Klickschuh überzeugt im Dauertest auf ganzer Linie, zeigt bislang null Schwächen.

Foto: Benjamin Hahn

„Einen besseren Klickschuh kann ich mir nicht vorstellen.“ Es ist keine zwei Jahre her, dass ich so über den Shimano SH- XC90 urteilte – quasi der Vorgänger des seit diesem Jahr erhältlichen SH-XC9. Tja, ich habe mich geirrt, der sündteure S-Phyre schlägt noch einmal alles, was ich je an High-End-MTB-Schuh am Fuß hatte. Das beginnt damit, dass der in zwei Breiten erhältliche XC9 wie eine Socke am Fuß sitzt. Wurde der Vorgänger noch mittels Thermo-Modulation individuell im Shop angepasst, verzichtet Shimano nun auf das aufwendige „Back-Prozedere“. Grund: Das nahtlos aus einem Stück Kunstleder gefertigte Obermaterial soll sich den Fußkonturen besser denn je anpassen.

In der Tat: Der Schuh sitzt knalleng, aber anschmiegsam, nirgends drückend an meinem (schmalen) Fuß, das Obermaterial wirkt direkt kuschelig. Zudem ist der S-Phyre dank zweier leicht laufender Boa-Drehverschlüsse optimal und schnell verschließbar. Zusammen mit der steifen, aber nicht unangenehm harten Carbon-Sohle, der gelungenen Einlegesohle, dem angerauten Fersenmaterial sowie dem generell flachen Sohlenaufbau mit geringer Zehenüberhöhung finde ich die Kraftübertragung genial – ohne dass der Fuß auch bei stundenlangen Ausritten ermüdet.

Überraschend, dass dieser High-End-Racer auch ein ausgesprochen guter Geher ist. Das clever platzierte Michelin- Sohlengummi sorgt für viel Halt auf Fels & Co. (und dank des gummierten Mittelbereichs auch auf dem ausgeklickten Pedal), die Stollen greifen prima im Matsch, auch rollt die Carbon-Sohle durchaus angenehm ab. Verarbeitung? Perfekt. Optik? Saucool. Gewicht? Sehr leicht. Kurzum: der beste Klickschuh aller Zeiten – vorerst zumindest.
Preis: 359 Euro
Gewicht: 678 Gramm (Paargewicht in Größe EU 42)

Positiv:

  • Exzellenter Tragekomfort, top Sitz
  • Ausgezeichnete Kraftübertragung
  • Überraschend guter Geher

Negativ:

  • Exorbitant teuer

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Scott Trail MTN Dryo 30

Die leichte Softshell-Jacke ist für den Ganzjahreseinsatz geeignet, trägt sich meist schwitzfrei.

Foto: Benjamin Hahn

Um sich gegen schlechtes Wetter zu wappnen, sind „Spezialisten“ wie wuchtige Hardshell-Jacken oder dick gefütterte Wintersoftshells für den Ganzjahreseinsatz oft zu schwitzig. Die Scott-Jacke bietet sich als All-Day-Alternative an, die leichte Softshell hat sich bei mir in fast allen Wettersituationen bewährt. Bei leichtem Regen und kühlen Temperaturen bietet sie Wind- und Wetterschutz, ohne schwitzig zu werden. Für super Belüftung sorgen neben dem „atmenden“ Material Belüftungslöcher im Achselbereich.

Dass der Regenschutz dadurch etwas beeinträchtigt wird, steht außer Frage. Für Niesel- bis Sprühregen ist die lässig, doch nicht zu unsportlich sitzende Scott-Jacke aber gut geeignet. Die Kapuze kann zum Schutz vor Wind und Regen über dem Helm getragen werden, schmiegt sich bei Nichtbenutzung so eng an den Nacken, dass sie flatterfrei sitzt. Kritikpunkt: die Haltbarkeit des Softshell-Materials beim Kontakt mit Handschuh-Kletts. Bereits nach den ersten Ausfahrten war der Stoff an den Armabschlüssen aufgeraut.
Preis: 200 Euro
Gewicht: 381 Gramm (in Größe L)

Positiv:

  • Ausgezeichnetes Klima
  • Angenehm elastisches Material
  • Sehr guter Wind- und leichter Regenschutz

Negativ:

  • Material reagiert empfindlich auf scheuernde Klettstreifen

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Vaude Women's Dyce Glove

Der leichte Langfingerhandschuh schlug sich in sechs Testmonaten sehr gut – wenn auch mit unschönen Gebrauchsspuren.

Foto: Benjamin Hahn

Da ich an den Händen zum Glück wenig friere, kam ich mit dem Women’s Dyce Glove gut durch den Herbst und das teils feucht-kalte Frühjahr. So sah sich der Langfingerhandschuh, den Vaude für die Bereiche All-Mountain und Enduro empfiehlt, fast durchgängig im Einsatz. Durch das dünne, leichte Obermaterial passt sich der Vaude sehr gut der Hand an, der
festere Stoff der Innenfläche ist solide und weist nach sechs Monaten zwar leichte Abreibungen und Verfärbungen, aber keine Strukturschwächen auf.

Die Dämpfung am Handballen könnte aber etwas ausgeprägter sein, vor allem für den empfohlenen Einsatzbereich des Dyce. Unschön: Am Handrücken hat sich die Verbindungsnaht eines Mesh-Einsatzes auf ca. 1,5 cm Breite gelöst. Nach häufiger Maschinenwäsche kapitulierte auch das Logo: Statt Vaude heißt es nun aude, der lateinische Imperativ für „Du sollst wagen“. Auch ein gutes Motto für einen Handschuh, oder?
Preis: 40 Euro
Gewicht: 44 Gramm

Positiv:

  • Leicht, prima Passform
  • Robuste Handinnenfläche
  • Angenehmer Bund am Handgelenk

Negativ:

  • Logo und Naht lösen sich

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Sixsixone Evo Knee

Leicht, bequem, stört nicht beim Pedalieren – der Knieschoner bewährt sich nun schon seit drei Jahren.

Foto: Dennis Stratmann

Harte drei Jahre musste mir der Sixsixone-Evo-Knee-Schoner als ständiger Begleiter dienen. Aber er überstand den Dauertest mit Bravour: Die robuste Kevlar-Vorderseite ist trotz einiger Bodenproben und Maschinenwäschen nicht beschädigt, der Klettverschluss fixiert sicher, und selbst die elastischen Materialien, die den Schoner in Position halten, sind immer noch straff.

Nur die oberen Nähte geben langsam nach. Der Schoner ist nach hinten offen – was angenehme Belüftung garantiert, aber auch dafür sorgt, dass die Seiten etwas abstehen. Beim Pedalieren oder ruppigen Abfahrten hat mich das aber nie gestört. Obwohl nur ein Klettverschluss und ein elastischer Bund den Schoner halten, sitzt er hervorragend. Dafür sorgen auch die seitlichen Pads, die sich regelrecht um das Knie schmiegen. Mittlerweile gibt es den Evo Knee II mit ein paar kleinen Updates.
Preis: 120 Euro
Gewicht: 476 Gramm (Paar-Gewicht in Größe M)

Positiv:

  • Sehr komfortabel
  • Sitzt sicher und rutschfrei
  • Sehr robuste Machart

Negativ:

  • Nähte geben starkem Zug nach

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Northwave Enduro Mid

Der Enduro- und All-Mountain-Schuh der Italiener sitzt gut, hat pfiffige Features, zeigt aber Materialschwächen.

Foto: Benjamin Hahn

Der erste Eindruck: ein Top-Schuh! Trotz des komfortablen Schnitts sitzt er sehr satt am Fuß, lässt sich über das Drehrad (mit Schutzkappe) präzise anpassen. Vorne schützt eine Kappe die Zehen, am Knöchel die hochgezogene Innenseite. Dank der hohen Dämpfung an der Ferse und der weichen, griffgen Sohle läuft es sich sehr angenehm – so wie ich es mag, obwohl es für die Kraftübertragung aufs Pedal vielleicht nicht ganz optimal ist.

Aber: In puncto Material zeigt der Enduro Mid Schwächen: Der Metallbügel, durch den das Klettband führt, ist schon nach vier Monaten kaputt. Außerdem sitzen auf dem Spann Mesh-Einsätze. Ihre belüftende Wirkung ist im Sommer angenehm. Fallen die Temperaturen unter 15° Celsius, wird es frisch.
Preis: 170 Euro
Gewicht: 900 Gramm (in Göße 44 ohne Cleats)

Positiv:

  • Gute Anpassung, satter Sitz
  • Sohle rollt komfortabel ab

Negativ:

  • Metallbügel für Klett gebrochen
  • Mesh-Einsätze sind zu luftig

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Adidas Terrex Agravic

Ob Hausrunde oder Rocky Mountains: Der leichte Windbreaker überzeugte weltweit.

Foto: Benjamin Hahn

Clever konstruiert! Die Adidas-Windjacke kombiniert diverse Materialien zu einem hoch funktionellen Mix. So bewahrt eine superleichte, dennoch robuste und winddichte Membran an Front, Armen und Kapuze höchst zuverlässig vor Fahrtwind. Die Rumpfvorderseite wird zudem von einer Lage Isolationsmaterial (Polartec Alpha) bedeckt, die mich bei pfeifendem Wind auf kanadischen Gletschern wie bei abendlicher Kühle auf der Hausrunde perfekt schützte.

Die windabgewandte Seite an Rücken und Ärmeln ist hingegen aus sehr leichtem, luftigem und damit gut „atmendem“ Stretch-Material gefertigt. Kompletten Regenschutz bietet sie folglich nicht. In Kombination mit einer Regenjacke dient die Agravic aber perfekt als zusätzliche Isolationslage. Klasse: Nach sechs Monaten Dauereinsatz mit Bike-Rucksack und zahlreichen Waschgängen ist sie ohne Verschleißerscheinungen beinah noch im Neuzustand.
Preis: 150 Euro
Gewicht: 180 Gramm (Größe 50)

Positiv:

  • Starker Schutz gegen Fahrtwind
  • Top Isolation dank Polartec Alpha
  • Kleines Packmaß (0,5 Liter)
  • Kein Verschleiß erkennbar

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Gore Bike Wear One GTX Pro

Trotzt wirklich jedem Wetter: Die Gore-Jacke ist kein Schnäppchen, aber jeden Cent wert.

Foto: Benjamin Hahn

Auch bei absolutem Sauwetter schwinge ich mich aufs Bike – eine gute Regenjacke ist da Pflicht. Und die One ist mehr als gut. Das Gore-Flaggschiff hält dank exzellenter, sonst im Outdoor-Bereich erfolgreicher GTX-Pro- Membran (3 Lagen) selbst bei heftigen Regenschauern dicht, Wind hat eh keine Chance. On top wärmt der Fleece-Kragen, und die Kapuze passt sehr gut unter den Helm. Gleichzeitig ist das Klimamanagement super, zudem gibt es diverse Belüftungsöffnungen. Klar, sündteuer ist sie, aber das Material auch so robust, dass die One lange durchhalten sollte. Bislang sind zumindest noch keinerlei Abnutzungserscheinungen erkennbar.
Preis: 460 Euro
Gewicht: 378 Gramm (Gewicht in Größe M)

Positiv:

  • Exzellenter Wetterschutz
  • Super Klimamanagement
  • Äußerst robust und langlebig

Negativ:

  • Exorbitant teuer

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Vaude Moab Mid STX AM

Seit über einem Jahr im Einsatz und kein bisschen gehmüde. Der Moab beweist Allround- und Nehmerqualitäten.

Foto: Dennis Stratmann

Flatpedal-Schuhe von Five Ten und Co. punkten mit astronomischem Grip, der durch Sohlen mit weichen Gummimischungen erzielt wird. Dadurch verschleißen sie jedoch extrem schnell. Vaudes Moab wendet sich zwar auch an abfahrtsverliebte Biker, kann aber viel mehr. Seine wasserdichte Sympatex-Membran schützt meinen Fuß seit über einem Jahr vor Nässe durch Schlammpfützen, ist mir dabei selbst bei langen Touren mit über 30 Grad Celsius nie zu schwitzig.

Felsiges, scharfkantiges Terrain hinterließ bislang wenige Spuren am Obermaterial. Und lange Schiebepassagen haben der Sohle bislang nicht geschadet. Diese ist an Zehen und Ferse für Halt im Gelände stärker profiliert, der glatte Mittelteil erlaubt freie Positionierung auf dem Pedal ohne Einrasteffekt. Einzig der Halt auf dem Pedal ist im Vergleich zur Konkurrenz geringer, aber für Biker, die Sprünge meiden, vollkommen okay.
Preis: 180 Euro
Gewicht: 997 Gramm (in Größe 42)

Positiv:

  • Sehr haltbare Sohle
  • Super Geh-Performance
  • Wetterschutz ohne Schwitzklima

Negativ:

  • Grip auf Flatpedals „nur“ okay

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ION Rascal

Der erste Bike-Schuh der Bayern im Langzeittest: Können Passform, Haltbarkeit und Handhabung des Rascal überzeugen?

Foto: Benjamin Hahn

Seit einigen Jahren punktet die Marke ION mit frischen Klamotten-Designs und perfekt geschnittenen Protektoren. Nun klickt mit dem Rascal ein Bike-Schuh in die Pedale, der für Enduristen wie gemacht ist. Ein steifes Sohlen-Inlay aus Kunststoff bringt die Kraft satt aufs Pedal, die EVA-Zwischensohle (erkennbar am weißen, seitlichen Streifen) sorgt für komfortables Abrollen beim Gehen und dämpft zusammen mit der federnden Einlegesohle Erschütterungen. Den Fuß schützen rundum positionierte Protektorelemente an Zehen, Ferse und Innenseite. Ion spricht bei letzterem von „Ankle Pad“. Als Knöchelschutz ist es zu aber tief angesetzt, schützt eher vor Kontakt mit der Kurbel.

Der stark belüftete Treter im schicken Sneaker-Look bewährt sich aber auch auf weniger abfahrtsorientierten Ausdauer-Touren durch bequeme Passform und komfortables Obermaterial. Nur in steilen Schiebepassagen stört mich hin und wieder sein etwas geringer Fersenhalt. Die Sohle punktet hingegen mit hohem Grip, und sie zeigt auch nach knapp einem Jahr Einsatz kaum Verschleiß. Durch die ausreichend große Aussparung in der Sohle gelingt der Ein- und Ausstieg in Pedale von Shimano, Crankbrothers und Issi reibungslos. Die Schnürsenkel hält ein Klettsystem fern von Kettenblatt und Kette.
Preis: 140 Euro
Gewicht: 930 Gramm (Gewicht in Größe 42 ohne Cleats)

Positiv:

  • Sehr gute Kraftübertragung
  • Sauber und haltbar verarbeitet
  • Fuß rundum bestens geschützt

Negativ:

  • Leichter Fersenschlupf beim Gehen

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