Test: Die besten Bikes für 2018

Die 2018er Top-Bikes im Test

Die Bike Hightlights 2018 im ersten Test
Foto: Björn Hänssler

Wahre Top-Bikes zeichnen sich nicht nur durch gelungene Geometrie und gutes Fahrwerk aus. Vielmehr sind es spezielle Features, die sie zu Geniestreichen machen - wir haben die heißesten Bikes für das Jahr 2018 getestet. Vergleichbare Produkte im Test

Das Testfeld im Überblick

Hersteller und Modell / Link zum Testbericht Preis Testurteil
Scott Genius 700 Ultimate (2018) 9799 Euro Überragend
Stoll M1 XCM (2018) 8680 Euro Überragend
BMC Speedfox 01 (2018) 6999 Euro Sehr gut
Cannondale Jekyll 1 (2018) 7499 Euro Sehr gut
Giant Anthem Advanced Pro 29 (2018) 7399 Euro Sehr gut
Pivot Mach 5.5 XT/XTR (2018) 7399 Euro Sehr gut
Rocky Mountain Altitude Carbon 70 (2018) 5900 Euro Sehr gut
Rose Pikes Peak EN 3 (2018) 4799 Euro Sehr gut
Specialized Epic FSR Comp Carbon (2018) 3999 Euro Sehr gut
YT Jeffsy CF One 27 (2018) 3399 Euro Sehr gut

Was macht ein Mountainbike perfekt? Eine moderne Geometrie? Präzise arbeitende Gabeln und Dämpfer? In aller Regel genügt das nicht ganz, weshalb erst technische Finesse das Bike zum Meisterwerk macht.

Speziell Highend-Firmen wie Specialized, Scott oder Cannondale zeichnen sich daher seit jeher durch spezielle, einzigartige Lösungen – oft am Hinterbau – aus, welche deren Bikes von der Masse abheben. Und natürlich auch teuer machen. Wir haben uns für diese Einzeltests fünf Bikes aus der Masse der 2018er Bikes herausgepickt, die eben anders sind. Anders, aber geil.

So kommt das komplett überarbeitete Racefully Epic mit noch einmal verbesserter Brain-Hinterradfederung: Ein Masseträgheitsventil gibt den Federweg am Heck nur frei, wenn der Druck vom Boden kommt. Solange der Fahrer dagegen im Wiegetritt auf die Pedale tritt, steht das Heck antriebsneutral im Federweg. Genial und perfekt für den Infight auf der CC-Rennstrecke.

Cannondale hat sich beim Enduro Jekyll ebenfalls der Hinterradfederung angenommen. Das spektakuläre Gemini-System teilt den Dämpfer in zwei Luftkammern. Ist Schluckfreude gefordert, sind beide Kammern offen. Soll das Heck straffer werkeln, verringert ein Ventil auf Hebeldruck das Luftvolumen. Das sensibel-schluckfreudige Heck wird progressiver, verliert Hub. Aus der Trailfräse wird ein Trailtänzer.

Die weiteren Meisterwerke im Test heißen: Scott Genius, Rocky Mountain Altitude, Giant Anthem, YT Jeffsy und Stoll M1 – Bikes für unterschiedliche Einsatzgebiete, weshalb wir sie auch nicht direkt miteinander vergleichen. Aber sie alle haben, das schon mal vorneweg, eines gemein: Sie verleihen unglaublich viel Sicherheit und machen verdammt viel Spaß! Am neuen Bikejahrgang fällt grundsätzlich auf, dass der Trend zu mehr Federweg geht. Die drei All-Mountains im Test begnügen sich nicht mehr mit 140 mm Hub. Scott hat dem Genius und YT dem Jeffsy 150-mm- Fahrwerke verpasst. Rocky Mountain pumpt das Altitude an der Front sogar gleich auf 160 mm. Die junge Schweizer Edelmarke Stoll hat ein Racefully gebaut, das trotz 120 mm Federweg abgeht wie eine Rakete. Nur Giant bleibt mit 100/90 mm Federweg bei seinem neuen Racefully Anthem eher klassisch.

Was auch auffällt: Alle Bikes werden „allroundiger“. Sowohl Rocky Mountain als auch Scott, als auch YT überzeugen nicht nur, wenn’s bergab geht. Sondern sie können allesamt auch gut klettern. Hätte das Scott Genius beispielsweise keine fetten Plus-Reifen montiert, man würde ihm bergauf nicht anmerken, dass es bergab nahezu alles wegschluckt. Giant und Stoll zeigen dagegen, dass aktuelle Racefullys mehr können als über Forstwege zu fegen. Beide Fahrwerke sind ultra-antriebsneutral, sorgen aber auch auf Trails für Fahrspaß und Sicherheit – wohl auch deshalb, weil die Kurse im Cross- Country- und Marathon-Rennzirkus immer technischer werden.

Alle fünf Räder in diesem Test haben uns sowohl im Labor als auch in der Praxis sehr gut gefallen! Das ist eine der schönsten Erkenntnisse des neuen Modelljahres: Mountainbikes machen so viel Spaß wie nie zuvor. Und eine andere: Wer konsequent eigene Wege geht, wie Stoll zum Beispiel, sorgt für Abwechslung im Mainstream der großen Marken. Und die dritte: Wir wollen ja nicht übertreiben – aber diese 2018er Bikes sind allesamt meisterliche Werke.

Innovationsfeuerwerk, das Spaß macht

Dass nicht nur teure Edelschmieden über kluge Entwicklerköpfe verfügen, beweist Versenderkönig Rose:
Am Enduro Pikes Peak haben die Bocholter einen Progeo genannten, komplexen Flip-Chip implementiert, mit dem sich Geometrie und Fahrwerkprogression mit wenigen Handgriffen auf das Terrain anpassen lassen. Das glückt nicht nur buchstäblich im Handumdrehen, die Auswirkungen sind im Gegensatz zu anderen Vario-Geometrien auch extrem spürbar. BMC setzt auf Anwenderfreundlichkeit: Das Trailsync- System der Schweizer koppelt Vario-Stütze und Dämpfer. Steht die Stütze oben, ist der Dämpfer im Plattformmodus. Senkt der Biker sie via Remote ab, öffnet sich die Hinterradfederung – bislang einzigartig! Scheinbar ohne technischen Chichi kommt das Pivot Mach 5.5 aus. Das US-Edel-Fully fährt dafür konsequent auf der neue Reifenbreite 2,6", welche die Vorteile von Plus- und Standardformat vereint. Zudem zeigt es ein ungewöhnliches All-Mountain- Enduro-Zwitter-Konzept nebst Highend-Rahmen.

Und funktioniert all dies nun auch? Gibt es wirklich einen Mehrwert? Unsere Antwort: Ja, alle Konzepte überzeugen. Und solche Ideen sind das Salz in der Suppe, das geniale Bikes von sehr guten abhebt.

So testet Mountainbike

Auswahl: Wir sind bei diesem Test von unserer üblichen Praxis abgewichen. Anstatt in langen Diskussionen nach Kriterien wie Preis und Einsatzgebiet ein vergleichbares Testfeld zusammenzustellen, galten für diesen Test die Kriterien neu, innovativ und spannend. Die Bikes gehören unterschiedlichen Kategorien an. Alle Bikes haben aber eine Gemeinsamkeit: Sie sind 2018er Modelle und Trendsetter.

Praxistest: Jeder Biketest wird von einem Testleiter sowie drei erfahrenen Testern/ Redakteuren durchgeführt. Auf einem zum jeweiligen Einsatzzweck der Bikes passenden, selektiven Rundkurs wird jedes Rad von jedem Tester mindestens einmal gefahren. Danach notieren die Fahrer ihre Noten und Eindrücke in acht Bereichen – etwa in Sachen Vortriebsefzienz, Fahrwerk, Downhill oder Handling.

Nach Ende des Praxistests werden alle Bikes gemeinsam besprochen und die Noten auf ungewöhnliche Abweichungen hin überprüf. Diesen Test führten wir auf den Trails rund um Leonberg und Stuttgart, in Sasbachwalden und in der Eifel durch.

Labortest: Alle Bikes werden gewogen und komplett in ihre Einzelteile zerlegt. Die Rahmen werden (wie auch Gabeln und die Laufräder) einzeln gewogen, danach vermessen. Alle Gewichte sowie die Daten in den Geometrie-Skizzen sind keine Herstellerangaben, sondern werden durch unser Labor ermittelt. Alle Parts werden notiert und mit den Angaben der Hersteller verglichen. Die Ausstattung ?ießt ebenfalls in die Endnote mit ein. Anschließend vermisst unser Labor-Juniorchef Chris Knall auf Prüfständen des renommierten EFBE-Instituts die Steifigkeiten der Rahmen. Diese Werte ?ießen wie auch Gewichte in die Endabrechnung mit ein.Finde dein Ideal-Bike! So testen wir Mit unserem MOUNTAINBIKE-Profler fndest du dein Traum-Bike ziemlich Mountainbike.

Finde dein Ideal-Bike!

Foto: MOUNTAINBIKE

Mit unserem MOUNTAINBIKE-Profler fndest du dein Traum-Bike ziemlich sicher. Damit erkennst du auf einen Blick den Charakter der Testbikes

Das Spinnennetz zeigt, wo die Stärken und Schwächen des Bikes liegen. Wichtig: Bei den Einzeltests in dieser Ausgabe ist dies je in Relation zum Einsatzbereich/zur Kategorie zu betrachten! Je größer der Ausschlag in eine der acht Richtungen, desto prägender der Charakterzug.

Ein Allrounder weist rundum eine große Fläche, ein Spezialist eine verschobene Grafk auf. Die jeweiligen Eigenschafen wie Upoder Downhill sind meist gegensätzlich angeordnet. So siehst du auf einen Blick, welches Profl das Bike aufweist. Die abgebildete Grafk zeigt ein eher abfahrtslastiges Bike mit potentem Fahrwerk – keinen wuseligen Sprinter. Und das versteckt sich hinter den Begri?en:
Uphill/Vortrieb: Traktion? Steigt die Front? Ist die Sitzposition im steilen Anstieg optimal? Ein niedriges Gewicht steigert den Ausschlag im Profl ebenso wie die Rollfreudigkeit von Laufrädern/Reifen.

Ein sicheres Handling ist das A und O, damit ein Bike bergab performt. Dazu ?ießen die Federung sowie einige Parts wie das Cockpit, die Reifen oder die Bremsen in das Downhill-Profl ein.

Ausstattung: sämtliche Parts wie Schaltung, Antrieb, Federelemente, Laufräder, Reifen oder Anbauteile à la Sattel, Griffe, Cockpit. Aber wir bewerten auch gelungene und innovative Detaillösungen. Ein hochwertig Rahmen/Fahrwerk: gemachter Rahmen mit geringem Gewicht, hohen Steifgkeiten und perfektem Fahrwerk bildet die Basis fürs Traum-Bike.

Hohe Spurtreue/Laufruhe: bringt Sicherheit bergab, kann unter Umständen aber ins Träge kippen, speziell wenn der Profler einen geringen Ausschlag zeigt in Sachen Wendigkeit.

Je wendiger ein Wendigkeit: Bike, desto agiler, spielerischer lässt es sich bewegen. Ein Ausschlag nur in diese Richtung (ohne hohen Ausschlag bei Laufruhe) lässt jedoch auf Nervosität schließen.
Liegt der Fokus bei Stabilität: Rahmen und Parts weniger auf Leichtbau, sondern auf Solidität, steigt der Ausschlag der Grafk. Der Gegenpart ist Leichtbau.

Niedriges Geringes Gewicht: Rahmen-, Parts- und Gesamtgewicht lassen auf ein spritziges, leichtfüßiges, in der Ebene wie im Uphill ausgezeichnetes Bike schließen.